Die Gamescom musste aufgrund der Infektionsprävention dieses Jahr rein digital abgehalten werden. Unser Reporter fand das nicht schlecht, ist aber froh, wenn es demnächst wieder anders läuft.

Am Sonntag (30. August) ist die Gamescom zu Ende gegangen, die weltweit wichtigste Publikumsmesse für Computer- und Videospiele. Dieses Jahr wurde sie wegen der Corona-Pandemie ausschließlich digital abgehalten. Und Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz ist froh, wenn das irgendwann wieder anders laufen kann.

Martin sagt: Alles, was die Gamescom besonders macht, konnte dieses Jahr nicht stattfinden:

  • Unfassbar fette Stände der Firmen
  • Komplette Themenlandschaften aus Star Wars, Rennstrecken
  • Die vielen kleinen Indiestudios
  • Dazwischen Fanmassen, die stundenlang anstehen, um 15 Minuten ein Spiel zocken zu dürfen
  • Die Cosplayer
″Die Gamescom dieses Jahr war, wie sich ein Festival am Rechner anzugucken.″
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die gestreamte Online-Show zur Gamescom haben sich mehr als eine Million Menschen angesehen. Trotzdem wollen die Gamescom-Veranstalter in Zukunft wieder auf eine Veranstaltung vor Ort setzen, sobald es möglich ist.

Felix Falk vom Branchenverband Game, der die Gamescom organisiert, sagt: ″Das ist für die Unternehmen wichtig, die da ihre Gespräche führen. Das ist auch für die Fans wichtig und für die Community, die sich da trifft.″

Bei der Gamescom 2020 konnten sich die Teilnehmenden digital Präsentationen, Reden und Diskussionsveranstaltungen angucken. Auch wurden Spiele gestreamt, die teilweise von bekannten Influencern und Pro-Gamern gespielt wurden. Übertragen wurde das unter anderem auf Youtube, Twitch und Tiktok.

Scheuer, Bär, Laschet

Am Freitag gab es eine Eröffnung durch Politikerinnen und Politiker – mit einem vorproduzierten Einspieler von Verkehrsminister Andreas Scheuer, Dorothee Bär als Digitalsstaatsministerin und Armin Laschet als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, weil die Gamescom aktuell in Köln stattfindet.

Martin Schütz sagt: Darauf hätte er verzichten können. ″Ich persönlich fand das teilweise ziemlich unauthentisch, zum Beispiel als sich Armin Laschet mit dem E-Sport befasst hat. Ich brauche da dann keine Politiker, die – weil es um eine junge Zielgruppe geht – ihre Krawatte ausziehen und dann glauben, dass sie auf Augenhöhe sind.″

Bei der analogen Ausgabe der Gamescom haben die Politikerinnen und Politiker einfach eine Rede gehalten.

″Es ist positiv, dass die Gamescom stattgefunden hat. Aber ich bin froh, dass sie wieder klassisch mit Publikum stattfinden soll.″
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter