Kein Genre ist erfolgreicher, als die riesigen Spielwelten ohne Grenzen. Auf der Gamescom haben Spiele wie Far Cry 5 oder Assassin's Creed begeistert. Vor Experimenten schrecken die Entwickler aber zurück - weil die Spiele so teuer in der Produktion sind.

Dem Helden aus Assassin's Creed, dem Assassinen Bayek, steht die ganze Welt offen. Er rennt durch die Straßen von Memphis. Er geht auf die Jagd. Er schleicht sich durch Katakomben und Pyramiden. Und er bekämpft seine Feinde. Im Prinzip kann Bayek tun, was auch immer er will. Und die Spieler auf der Gamescom lieben das.

Neuer Schauplatz: Diesmal Ägypten

Seit zehn Jahren gibt es die große Welt der Assassinen, fast jedes Jahr ist ein neuer Teil erschienen. Mal rennt der Assassine durch Paris, mal rennt er durch London, dann rennt er durch Rom. Überall erledigt er Tausende von Aufgaben. Alles toll. Alles schön. Alles irgendwie dasselbe. Assassins Creed hat sich zuletzt nicht mehr so gut verkauft. Voriges Jahr musste die Reihe dann eine Kreativpause einlegen. Jetzt präsentiert der Entwickler Ashrad Ismail auf der Gamescom das "neue" Ägypten-Assassins-Creed.

Spielszene aus Assassin's Creed
© Ubisoft
Der neue Teil der Assassin's-Creed-Reihe führt ins alte Ägypten.

Es ist eine kniffelige Situation für das Team von Ubisoft. Es will neue Spieler an Assassins Creed heranführen – aber bei zu vielen Veränderungen ärgern sich die alten Fans der offenen Spielwelten. Und Fans gibt es - trotz aller Ermüdungserscheinungen - immer noch Millionen. Kein Genre ist beliebter, keines ist erfolgreicher und vor allem: Keines ist aufwändiger zu produzieren als die riesigen Spielwelten ohne Grenzen. 

"So ein Open-World-Spiel - da bräuchte man so 10, 20 Millionen und dann noch drei Jahre Zeit."
Carsten Fichtelmann, Chef der Hamburger Spielefirma Daedalic

Open-World-Spiele sind riskant, sagt Carsten Fichtelmann, Chef der Hamburger Spielefirma Daedalic, die sich mit Rätselspielen wie "Deponia" einen Namen gemacht hat. Das hohe Investment für Open-World-Spiele könne man nur wieder einspielen, wenn es richtig gut wird. Weil die Open-World-Spiele so teuer sind, wagt kaum ein Hersteller Experimente.

Spieler bauen ihre Galaxien selbst

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Manche Unternehmen scheinen sich aber genau in dieses Risiko zu stürzen: Auf der Gamescom, an einem winzigen Messestand, sitzt etwa Jean-Christophe Baillier. Er ist Wissenschaftler, hat zu Künstlichen Intelligenzen geforscht. Auf der Messe zeigt er das allererste Spiel seiner Firma Novaquark: "Dual Universe". Das Spiel ist keine Offene Welt - es ist eine Offene Galaxie. 

Und es gibt einen Trick, wie in Dual Universe Häuser, futuristische Städte, Raumschiffe und riesige Raumstationen entstehen: Die Spieler übernehmen diesen Job. Jean-Christophe Baillier gibt ihnen nur die Planeten. Ob das funktioniert, wird sich zeigen: Bis Dual Universe erscheint, wird es allerdings noch eine Weile dauern.