Wie sind unsere Noten zustande gekommen? Das fragen sich Studenten, die beim Partei- und Fraktionschef der CDU in NRW, Armin Laschet, Klausurnoten ein Blockseminars über Europapolitik gemacht haben.

An der RWTH Aachen hat NRW-CDU-Chef Armin Laschet als ehrenamtlicher Dozent 16 Jahre lang unterrichtet. Blockseminare zu politischen Themen waren sein Fachgebiet. Vorteil: Armin Laschet berichtet aus erster Hand. Üblicherweise werden am Ende der Seminare Klausuren geschrieben. Im aktuellen Fall hat der Lehrbeauftragte Laschet die korrigierten und benoteten Klausuren per Post an seine Studenten geschickt. Pech nur, dass diese nie angekommen sind.

Damit die Studenten die Klausur nicht wiederholen müssen, hat der Polit-Profi die Noten aus seinen Notizen rekonstruiert. Leider hat er dabei Studenten benotet, die gar nicht mitgeschrieben haben und einige vergessen zu benoten, die an der Klausur teilgenommen hatten. Da entsteht leicht der Eindruck, der Oppositionsführer im NRW-Landtag hätte mit dem Knobelbecher rekonstruiert.

System Honorarprofessur

Armin Laschet ist nicht der einzige Prominente, der als Honorarprofessor eine Lehrtätigkeit übernimmt. Doch nützt das den Studenten? Welche Vorteile außer Imagepflege hat die Hochschule? Denn in der Regel sind Promis immer busy. Bleibt ihnen dann nicht unweigerlich nichts andere übrig, als sich die Noten zurecht zu würfeln?

Konsequenzen aus dem Skandal?

Der CDU-Politiker hat inzwischen die Konsequenz aus seiner Schlamperei gezogen und seine Lehrtätigkeit aufgegeben. Ihm drohen nun auch juristische Konsequenzen schreibt der Tagesspiegel. Noch stehen seine politischen Ämter nicht zur Disposition, sagt DRadio-Wissen-Reporter Moritz Küpper. Doch seine Kandidatur als NRW-Ministerpräsident 2017 scheint jetzt gefährdet.

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