Alles durcheinander trinken: Bier, Wein und Cocktails. Das endet in der Regel mit einem dicken Schädel. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Magdalena Bienert will es trotzdem. Denn in der Berliner Bar, in der sie diesen Plan umsetzen will, gibt es nur alkoholfreie Drinks.

Die Karte in dieser Bar ist lang: 30 Craftbiere, Rot- und Weißweine, Sekt, Long Drinks und fünf Cocktails. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Magdalena Bienert ist überrascht, wie groß die Auswahl an alkoholfreien Getränken sein kann.

Typische Friedrichshainer Bar, aber doch ganz anders

Abgesehen von der Karte, lässt die Einrichtung nicht darauf schließen, dass in der Zeroliq Bar im Berliner Stadtteil Friedrichshain irgendetwas anders läuft, als in jeder anderen Bar, findet Magdalena.

Die Wände sind schwarz und mit Bildern behangen, die Gäste sitzen an Vintage-Stühlen an runden Tischen, die Wand hinter der Bar ist weiß gekachelt. Wer ausgefallene Cocktails probieren will, deren Namen an Desserts erinnern, kann zum Beispiel den "Carrot Cake" oder "Chocolate & Coffee" probieren.

"Wir sind für diejenigen da, die keine Zeit für einen Rausch haben oder neugierig auf neue Geschmäcker sind."
Slavena Korsun, Mitbegründerin der Zeroliq Bar

Der Sober-Lifestyle-Trend ist nicht neu: In anderen Metropolen wie New York und London hat er sich schon etabliert. In Berlin gibt es auch gelegentlich Partys, bei denen kein Alkohol ausgeschenkt wird. Allerdings scheint das eher noch die Ausnahme zu sein. Peter Kenzelmann, Mitbetreiber der Zeroliq Bar, weiß aus eigener Erfahrung, dass es eher schwierig ist, alkoholfreie Biere und Cocktails zu bekommen.

"Wir sehen, dass jede Brauerei Werbung für alkoholfreie Biere macht. Der Absatz der alkoholfreien Biere ist um das Dreifache gestiegen, das ist ein ganz klarer Trend."
Peter Kenzelmann, Mitbetreiber der Zeroliq Bar

Um sich für eine Auswahl an alkoholfreien Getränken zu entscheiden, haben Slavena Korsun und Peter Kenzelmann um die 200 alkoholfreie Getränke probiert. Besonders viele alkoholfreien Weine sind beim Geschmackstest durchgefallen und wurden weggeschüttet.

Viel Wein weggeschüttet

Bei alkoholfreiem Wein sei der Herstellungsprozess anders als bei einem Bier, da nutze man spezielle Hefen. Bei einem Wein werde nachträglich der Alkohol entzogen, sagt Peter Kenzelmann, und das gehe oft mit einem Qualitätsverlust einher. Peter Kenzelmann ist sich sicher, dass bisher nur wenige Winzer die Kunst des alkoholfreien Weins beherrschen.

"Schmeckt gut, und nach dem ersten Schluck auch nach Gin und Tonic, aber der scharfe Abgang fehlt, der ist eher limonadig."
Eine Testtrinkerin bewertet den alkoholfreien Gin & Tonic

Die Gäste sind gemischt: von solchen, die gar keinen Alkohol trinken, über denjenigen, die Alkohol nur selten und bewusst konsumieren, bis hin zu denen, die einfach Lust auf ein neues Geschmackserlebnis haben.

Auch Magdalena geht mit neuen Eindrücken nach Hause: Der alkoholfreie Cabernet Sauvignon – dunkelrot und mit Holundernote – hat sie überzeugt, der fermentierte Traubensaft war ihr aber ein bisschen zu speziell. Ohne Kopfschmerzen aufzuwachen, findet sie auf alle Fälle gut.