Der Gaza-Krieg schockiert die Welt. Ganz besonders aber auch das zweite große Palästinensergebiet: das Westjordanland. Für die Palästinenser gehen die Menschen hier auf die Straßen, es kommt auch zu Gewalt auf Demonstrationen. Vor allem aber versuchen sie den Bürgern im Gaza-Streifen auch sinnvoll zu helfen. Das ist gar nicht so einfach.

Im Westjordanland, dem Gebiet im Osten von Israel, leben mehr als 2,6 Millionen Palästinenser. Seit 1967 ist das Westjordanland von Israel besetzt. Die Menschen dort leben hinter einem hohen Grenzzaun, ohne Passierschein kommt dort kein Palästinenser heraus. Eine von ihnen ist Ulla Najwa Abdelhak. Sie ist in Deutschland geboren, in Ramallah im Westjordanland aufgewachsen, hat in Hamburg Medizin studiert und lebt nun wieder im Westjordanland.

"Es gibt hier immer wieder große Demonstrationen, leider auch mit vielen Verletzen. Zwischendurch gibt's aber auch immer wieder kleine Demonstrationen. Die Menschen zeigen ihre Wut."
Ulla Najwa Abdelhak, Ärztin im Westjordanland

Den Palästinensern im Westjordanland geht es etwas besser als denen im Gazastreifen. Es gibt etwas mehr Arbeit, es gibt etwas mehr Platz. "Das größte Problem ist, dass wir als Einwohner des Westjordanlandes nicht in den Gazastreifen einreisen dürfen, sagt Najwa: "Wir fühlen uns weit entfernt vom Leid in Gaza und können nicht richtig helfen." Darum spenden sie: Geld, Lebensmittel, Medikamente, Kindernahrung, Matratzen. Außerdem gebe es Versuche, das Gesundheitswesen zu unterstützen. Das sei allerdings nicht sehr effektiv, sagt Najwa.

"Wir brauchen eine faire Lösung für beide Seiten"

Auch wenn es einigen Gruppen von Palästinensern etwas besser gehe, die Ausreiseverbote und Checkpoints mach auch ihnen zu schaffen. "Ich glaube, am Ende des Tages müssen wir eine faire Lösung für beide Seiten finden, für Palästinenser und Israelis." Am Ende soll es alles Beteiligten besser gehen.