Ob Klimaschützer*in oder Sparfuchs: Immer mehr Menschen kaufen statt eines neuen Elektrogeräts ein generalüberholtes. Worauf wir beim Kauf achten können.

Immer mehr Anbieter im Internet verkaufen statt brandneuer Smartphones, Tablets und Laptops generalüberholte Secondhand-Ware. Ein verlockendes Angebot, nicht nur um Geld zu sparen, sondern auch um etwas für den ökologischen Fußabdruck zu tun.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir am Ende mit einem defekten Gerät zu Hause sitzen, ist dabei auch relativ gering, sagt unser Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nico Rau. Jedenfalls dann, wenn wir die Ware bei professionellen Anbietern kaufen. Denn die prüfen und reinigen das Gerät nicht nur, sondern tauschen auch Einzelteile aus, wenn es nötig sein sollte. Notwendig ist das oft etwa bei Akkus oder gesprungenen Displays.

Refurbished Technik: Garantie mindestens ein Jahr

Sollte ein Gerät trotzdem nach zwei Monaten schlappmachen, greift mindestens die gesetzlich verpflichtete Garantie von einem Jahr für gewerbliche Händler. Darüber hinaus bieten die meisten Anbieter auch freiwillig Garantien an, die länger gelten.

"Dank der Garantien habe ich relativ geringe Risiken – im Gegensatz zum Privatkauf auf Secondhand-Plattformen, wo ich nicht weiß, was ich bekomme."
Ferdinand Revellio, Wirtschaftswissenschaftler am Nachhaltigkeitszentrum der Leuphana Universität Lüneburg

Ferdinand Revellio ist Wirtschaftswissenschaftler am Nachhaltigkeitszentrum der Leuphana Universität in Lüneburg und erforscht, wie Elektrogeräte so lange wie möglich im Warenkreislauf bleiben können. Er empfiehlt den Kauf generalüberholter Elektrogeräte gegenüber einem Privatkauf über Second-Hand-Plattformen. Denn in vielen Fällen geben die Anbieter sogar eine Garantie von bis zu drei Jahren. Beim Privatkauf gibt es solche Sicherheiten nicht.

Außerdem können wir auf folgendes achten, wenn wir ein generalüberholtes Elektrogerät kaufen:

  • Online-Shops checken: Inzwischen gibt es viele Anbieter. Wer auf Nummer sichergehen will, wählt am besten einen der großen Anbieter. Die haben oft auch die besten Preise, sagt unser Reporter. Über den Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale lassen sich aber auch kleinere Online-Shops auf ihre Seriosität überprüfen.
  • Richtige Zahlungsart wählen: Zusätzlich können wir uns über unsere Zahlungsart absichern, indem wir über Rechnung kaufen. Das heißt, wir können erst das Gerät überprüfen und dann bezahlen. Zahlungsdienstleister wie Paypal und Klarna bieten außerdem einen Käufer*innenschutz an, für den Fall, dass etwas schief gehen sollte.
  • Schwachstellen überprüfen: Bei Elektrogeräten wie Laptops, Smartphones und Tablets sind es oft Akku und Display, die am schnellsten aufgeben. Deshalb lohnt es sich, diese Schwachstellen sofort nach Erhalt der Ware zu überprüfen. Neben der Ladezeit des Akkus, gehört beim Display etwa die Helligkeit, Pixelfehler oder Kratzer dazu.
"Besonders in den ersten vierzehn Tagen nach dem Kauf, sollten wir das Gerät auf mögliche Defekte genau prüfen – insbesondere Akku und Display."
Nico Rau, Deutschlandfunk Nova

Damit wir auch tatsächlich einen fairen Preis bezahlen, lohnt es sich, im Vorfeld Recherche zu betreiben und die aktuellen Neupreise der Geräte sowie die unterschiedlichen Refurbished-Preise miteinander zu vergleichen. Oft werben Anbieter nämlich mit Preisersparnissen, die so nicht der Realität entsprechen.

Bei brandneuen Modellen sind die Preisersparnisse oft gar nicht so groß, sagt unser Reporter. Doch gerade bei älteren Modellen kann sich der Kauf eines generalüberholten Geräts extrem lohnen.