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Oft funktionieren Geräte noch, aber wir möchten schon die neue Version. Brauchbare Handys enden dann schnell als Elektromüll oder werden irgendwo vergessen. Samsung testet gerade für seine Smartphones, was in Sachen Upcycling möglich ist.

Die Deutschen wechseln ihr Smartphone gerne. Im Durchschnitt ersetzen sie ihr altes Gerät alle zwei Jahre durch ein neues. Und das alte gerät oft in Vergessenheit: Bis zu 200 Millionen Smartphones sollen ungenutzt in Schubladen herumliegen – obwohl sie weiterhin funktionieren.

Deshalb möchte jetzt auch Samsung auf Upcycling setzen und alten Handys eine neue Funktion geben. Aus ungenutzten Smartphones sollen nach einem Update Smart-Home-Geräte werden. Möglich sei das für Handys aus den Produktionsjahren 2018 und jünger.

Vom Handy zum Smart-Home-Gerät

Der südkoreanische Konzern konzentriert sich dabei auf den Geräusch- und den Lichtsensor der Handys, wodurch Nutzerinnen und Nutzer das Smartphone zum Beispiel zur Überwachung beziehungsweise Steuerung ihrer Wohnung benutzen können.

Der Lichtsensor könnte dann etwa Jalousien hoch- und runterfahren oder bei Dunkelheit das Licht anschalten. Der Geräuschsensor meldet Nutzern wiederum per Nachricht aufs Smartphone, sobald er etwas bemerkt. Aus dem alten Handy wird dadurch ein Babyphone oder ein Gerät, mit dem Userinnen ihre Haustiere aus der Ferne im Blick behalten können.

Im Moment läuft die Upcycling-Funktion allerdings erst einmal in den USA, Kanada und Korea als Testphase. Wann das Programm auch nach Deutschland kommt, ist offen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll.

"Derzeit ist es allenfalls ein Nischenprojekt, zumal das auch noch in der Testphase ist. Außerdem kann man nur zwei Sensoren nutzen und das macht das Programm auch nicht attraktiver."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Upcycling-Ideen für alte Smartphones gibt es schon länger. Ein Gedanke ist beispielsweise, Handys als kleine Computer umzufunktionieren. Denn: Ein fünf Jahre altes Handy hat durchschnittlich eine größere Leistungsfähigkeit als der Minicomputer Raspberry Pi.

Doch eine Umnutzung ist gar nicht so einfach, da die Hersteller ihre Smartphones genau davor schützen. Hier könnte die Politik eingreifen und Druck aufbauen, findet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. Verändert sie diese Praxis der Hersteller und würden sie dann noch austauschbare Batterien in die Handys einbauen, könnten sie zu vollwertigen Minicomputern werden.

Handys in ihrer Funktion umdenken

Was gerade schon möglich ist, ist, das alte Smartphone als Kamera für die Videokonferenz oder Navi im Auto zu benutzen. Mit bestimmten Apps kann es auch als Alarmanlage, intelligente Fernbedienung oder auch als Ortungsgerät dienen, wenn es zum Beispiel im Auto verbaut wird. Weiterverkaufen geht natürlich auch.