Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel soll eine E-Mail mit rassistischen Äußerungen verschickt haben. Die Partei spricht von einer Fälschung. Um die Echtheit von Mails nachzuweisen, gibt es aber Tricks.

Alice Weidel soll 2013 eine E-Mail mit rassistischen Bemerkungen verschickt haben. Ein früherer Vertrauter der AfD-Spitzenkandidatin gibt an, das Schreiben im Februar 2013 von ihr bekommen zu haben. Zwar fällt in der Mail Weidels Spitzname "Lille", die AfD bestreitet aber im Namen der Politikerin, dass Weidel die Autorin der Mail ist.

Der Absender der Original-Mail lässt sich durchaus fälschen. Es sei also nicht ganz sicher, wer diese Mail verschickt hat, sagt IT-Sicherheits-Experte Nicolai Landzettel.

"So viel Wissen gehört da nicht zu! Ein Jugendlicher, der sich mit Hacking beschäftigt, kriegt relativ schnell raus, welcher E-Mail-Server für eine Firma zuständig ist."
Nicolai Landzettel, IT-Sicherheits-Experte

Es gibt längst Technologien, die Absender authentifizieren können. Sie heißen DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) oder SPF (Sender Policy Framework). Wenn der E-Mail-Server eine E-Mail empfängt, schauen sich diese Tools den angeblichen Sender-Server anhand der IP-Adresse an und vergleichen die mit offiziellen IP-Adressen in einer Liste. Stimmen die Adressen nicht überein, wird die Mail gestoppt.

​"Wenn das nicht eingestellt ist, dann könnten tatsächlich von jedem Mailserver dieser Welt im Namen einer Angela Merkel auch E-Mails verschickt werden."
Nicolai Landzettel, IT-Sicherheits-Experte