Berlin, München, Stuttgart, Köln - das Verkehrschaos in unseren Städten ist bekannt. Was könnten wir dagegen tun? Eine Möglichkeit wäre, dass Autofahren unattraktiv wird. Oder mehr Gleitzeit. Doch der Wille fehlt - meint der Journalist Martin Randelhoff.

München ist zum zweiten Mal in Folge Deutschlands Stauhauptstadt - mit 51 Stunden. Passend dazu hat sich Stadt gerade von einer Marketinginitiative #radlhauptstadt verabschiedet. Auf München folgen in der Statistik Hamburg, Berlin und Stuttgart mit jeweils 44 Stunden.

Auch im Ruhrgebiet und in Köln verbringen Autofahrer besonders viel Zeit im Stau. Im Jahr 2017 standen Fahrer im Ruhrgebiet durchschnittlich während der Stoßzeiten 40 Stunden - fünf Stunden mehr als im Vorjahr.

Autofahren ist attraktiv - trotz des Staus

Die Zahlen stammen aus dem jüngsten Ranking des Verkehrsdatenanbieters Inrix hervor. Auch in Köln verbrachten Autofahrer durchschnittlich 40 Stunden des Jahres im Stau, hier aber immerhin mit einem Trend zur Besserung - 2016 waren es noch 45 Wartestunden.

Der öffentliche Nahverkehr und - auf kürzeren Strecken das Fahrrad - sind echte Staualternativen, aber Autofahren ist bei den meisten immer noch beliebter. Eigentlich müsste das Autofahren in den Ballungsräumen unattraktiver werden. Das könnte über höhere Parkgebühren gelingen, durch weniger Parkplätze, durch City-Maut-Gebühren und durch Tempo 30 in den Städten.

Andere meinen, die Straßen müssten besser ausgebaut werden. Doch das wäre sehr teuer und besser ausgebaute Straßen, auf denen die Autos schneller vorankommen, haben nur neue Stauprobleme zur Folge.

"Wenn eine Straße ausgebaut wird, komme ich schneller voran. Dann fahren dort mehr Leute und dann habe ich wieder Stau."
Martin Randelhoff, Journalist

Dennoch ist die Vorstellung bei Wählern und Politikern weit verbreitet, dass der Ausbau von Straßen zu einer Entzerrung der Verkehrssituation in den Ballungsräumen führen würde.

Welche Anti-Stau-Optionen bleiben? Mehr Gleitzeit wäre eine weitere Möglichkeit. Die Rush Hour in den Innenstädten würde an Werktagen entzerrt - vielleicht sogar ganz verschwinden.

"Dass man die Flexibilität den Menschen wieder zurückgibt, selber zu entscheiden: Wann fahre ich denn?"
Martin Randelhoff, Journalist