Ein Geheimdienst ist, na klar, geheim. Was seine Agenten treiben, bleibt mysteriös. Trotzdem durfte der Journalist Michael Götschenberg den Bundesnachrichtendienst besuchen und die Spione treffen. Die sitzen nicht nur am Computer, sondern arbeiten auch undercover im Ausland. Zum Beispiel in Russland.

Aus Kinofilmen und Büchern wissen wir alle, was Spione und Agenten den ganzen Tag über treiben: Verdächtige Menschen beschatten, geheime Pläne stehlen, manchmal sogar jemanden den Garaus machen. Die Realität kann da doch gar nicht so spannend sein, schon gar nicht bei einem Geheimdienst der so spießig-deutsch "Bundesnachrichtendienst" heißt. Also alles öde beim BND? Von wegen!

Verdeckte Operationen in Russland

Der ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg hat den BND besucht und durfte dort auch mit Spionen sprechen. Darunter auch mit einem jungen Agenten, der im operativen Geschäft eingesetzt ist. Er ist in Russland aktiv und führt dort Quellen, wie es im Geheimdienstjargon heißt. Bedeutet: Er hält den Kontakt zu Menschen, die geheime Informationen gegen Geld verraten. "Da mussten wir auch die Stimme verfremden, damit er nicht enttarnt wird", erklärt Michael Götschenberg.

"Wenn die Spione im Ausland unterwegs sind, arbeiten sie nicht für den BND, sondern für eine Tarnfirma, die sich der Geheimdienst ausgedacht hat."
Michael Götschenberg über die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes

Mit der schillernden Welt von James Bond oder den Kingsmen hat der echte Geheimdienst aber dann doch nichts zu tun. Keine sexy Typen à la Daniel Craig, keine aufregenden Bond-Girls, viel mehr sind Durchschnittsmenschen gefragt. Graue Mäuse, die nicht auffallen.

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Die ganz brisanten Informationen haben die Spione dem Journalisten natürlich nicht verraten. Ihre Namen blieben geheim, auch ihre Decknamen. Mit welchen Aufgaben sie genau betraut sind und mit wem sie zusammen arbeiten: alles Verschlusssache. Aber über ihr Privatleben und ihre Motivation haben sie mit Michael Götschenberg gesprochen: "Viele finden ihre Arbeit wirklich aufregend", sagt Michael Götschenberg, "sie erfahren Dinge, die die Öffentlichkeit sonst nie erfährt".

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