Jeder Mensch hat einen einzigartigen Gang. Manche setzten dabei die Arme nur wenig ein, andere machen ausladende Gesten. Was steckt dahinter? Das hat sich Lydia Herms gefragt, nachdem sie fast von einer Extrem-Armschlenkerin erschlagen worden wäre.

Um überhaupt gut vorwärtszukommen, schwingen wir gegengleich zu der Schrittbewegung unsere Arme. "Reziprok alternierend" nennt das Frank Ruppenthal. Er ist Physiotherapeut in Berlin. Von ihm wollte DRadio-Wissen-Reporterin Lydia Herms wissen, warum manche mehr und andere weniger mit den Armen schlenkern beim Gehen.

"Wir versuchen diese Drehbewegung der Beine und des Beckens mit dem Schultergürtel und der Arme auszugleichen."
Frank Ruppenthal, Physiotherapeut

Durch das Schlenkern gelingt es uns, unseren Körper im Gleichgewicht zu halten. Schlenkern wir nicht, würden wir straucheln oder gar hinfallen, sagt Frank Ruppenthal. Menschen, die aufgrund eines Unfalls, Geburtsfehlers oder Behinderung nicht beide Arme in vollem Umfang einsetzen können, müssen andere Tricks finden, um die Balance zu halten.

Schlenkerkurse für Armfaule

Obwohl uns das Gehen als das Natürlichste und Einfachste der Welt erscheint, gehen viele Menschen falsch. Ein Fehler ist häufig, dass wir eben die Arme nicht richtig einsetzen. Dadurch entstehen Verspannungen im Schultergürtel, die sich auf den ganzen Rücken auswirken können. Physiotherapeuten oder Heilpraktiker bieten sogar schon Schlenkerkurse für Schreibtischtäter mit Haltungsschäden an.

Leichtes Hopsen ist gesund

Wer richtig geht, ist ganz locker in den Armen und Beinen. Die Schwingung der Arme gibt den Rhythmus und die Schnelligkeit für die Gangart vor. Ein federnder, leicht hopsender Gang mit Aufwärtsdynamik sieht zwar ein bisschen lustig aus, ist aber gesund und macht gute Laune. Die extreme Armschlenkerin, die Lydia fast eins auf die Nase gegeben hätte, hatte parallel mit der anderen Hand telefoniert. Die weit ausgreifenden Schwingungen halfen ihr, die immobile Gegenseite auszugleichen und so nicht zu stolpern.

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