Keine Umwege mehr bei der Überweisung. Die ersten Deutschen Banken wollen mit der superschnellen Überweisung aufholen. Das Versprechen: Alles läuft in 10 Sekunden.

Wie? Jetzt erst in Echtzeit überweisen? Das geht doch schon mit unterschiedlichen Bezahldiensten - allerdings nicht mit der regulären Banküberweisung. Hier mussten wir uns bisher damit begnügen, auf den nächsten Werktag zu warten. 

Dass das bisher so lange dauerte, liegt an den bisherigen Sicherheitssystemen der Banksysteme, so Thomas Otto, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent in Brüssel: "Bei der Geldüberweisung geht es auch darum, dass alles überprüft wird und dass sich hier nicht einfach jemand reinhacken kann." Diese alteingesessenen Sicherheitssysteme würden schlicht Zeit brauchen.

"Das bisherige Überweisungssystem kommt aus einer Zeit, als an Echtzeitüberweisung nicht zu denken war."
Thomas Otto, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent in Brüssel

Bisher lief es so: Die Banken überweisen das Geld nicht direkt an die Empfänger-Bank, sondern der Transfer nimmt einen Umweg über die Bundesbank. Diese sendet die Aufträge paketweise ab, dabei werden Forderungen gegengerechnet und erst dann wird die eigentliche Buchung durchgeführt. Schneller geht es nur, wenn Absender und Empfänger beim gleichen Institut sind.

Alles in 10 Sekunden

In Zukunft soll die schnelle Banküberweisung vor allem online oder mobil erfolgen. Statt sich lediglich mit Pin oder Tan anzumelden, werden weitere Authentifizierungswege notwendig sein, so Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent Thomas Otto. Wie genau das in Zukunft gestaltet wird, dazu gibt es noch kein einheitliches Konzept. "Fingerabdruck oder Stimmerkennung sind beispielsweise Ideen", erklärt Thomas Otto. Umsonst wird die blitzschnelle Überweisung vermutlich nicht sein, etwa 0,2 Cent soll sie kosten.

"Den Banken ist selbst überlassen, ob sie sich an dem sogenannten Instant-Payment beteiligen."
Thomas Otto, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent in Brüssel

2018 wollen die ersten Banken mit der Turboüberweisung starten, hat Michael Kemmer, Chef des Bundesverbandes Deutscher Banken jetzt angekündigt. Einerseits sei dies ein Vorstoß gegenüber Drittanbietern wie Paypal, Sofortüberweisung & Co. Andererseits gehe es auch darum, es als ein einheitliches Bezahlsystem für Überweisungen ins europäische Ausland einzuführen, erklärt Thomas Otto: "Aber ob andere Länder das System dann auch übernehmen, das ist noch völlig offen".

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Auch aus europäischer Sicht ergeben sich Vorteile, sagt Thomas Otto: Händler müssen nicht auf ihr Geld warten, Geschäfte können schneller umgesetzt werden, es gibt niedrigere Kosten als bei Kreditkartenzahlungen. "Und am Ende hoffen die Banken dann auch, dass weniger Bargeld genutzt wird und das Geld länger bei ihnen bleibt. Damit können sie dann in der Zwischenzeit nämlich noch ein bisschen verdienen."

"Die Zurückhaltung der Banken liegt auch daran, dass die Banken erst mal ganz schön viel Geld in ihre Infrastruktur investieren müssen."
Thomas Otto, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent in Brüssel

Nach Angaben der FAZ haben sich bereits 39 Banken gemeldet, dass sie Interesse an dem neuen System haben, beispielsweise die Deutsche Bank oder die Commerzbank. Dass die Banken bisher noch recht zurückhaltend agieren, liegt daran, dass in die Umsetzung des neuen Überweisungssystems erst einmal investiert werden muss.