Schon mal gewundert, warum manche Leute beim Konzert so abgehen? Vielleicht werden sie dafür bezahlt. Johannes Döbbelt begibt sich unter falsche Fans.

Zum Aufwärmen gibt es Prosecco. 70 Fans sind heute eingekauft, einer von ihnen ist Johannes Döbbelt. Für 40 Euro klatscht er mit den anderen für eine Band, die er gar nicht kennt - und zwar so als wäre es das größte Erlebnis überhaupt. Mitsingen, Feuerzeuge schwenken, "Zugabe" rufen und am Ende noch ein Autogramm holen. Das volle Programm.

"Wer nicht mindestens so laut klatscht wie ich, kann nicht richtig klatschen, ganz einfach"
Klaus Bernhard, Fan-Vermieter

Engagiert werden die falschen Fans zumeist vom Band-Manager oder der Plattenfirma. Nicht immer wissen die Musiker oder Entertainer, dass nicht alle im Publikum echte Bewunderer sind. Verschwiegenheit ist das oberste Gebot, bläut "Rent-a-Fan"-Gründer Klaus Bernhard allen ein.

Echte Fans in der Minderheit

Unter den Fake-Fans sind vor allem Schüler oder Studenten. Die einen verdienen sich das Geld für die Abi-Feier, die anderen freuen sich über einen spaßigen Nebenjob. Wie Jeremy zum Beispiel: "Ich finde, es ist einfach eine verrückte Sache, wenn man mal irgendwo hin fährt , jubelt und mitmacht".