In San Francisco gab es vor Kurzem eine Werbekampagne. Zu sehen war eine junge attraktive Frau, lange schwarze Haare, mit Brille und schwarzem T-Shirt. Was mit dem Foto begann, hat das Netz die letzten Tage ziemlich beschäftigt...

Das Foto zeigt Isis Wenger, 21 Jahre alt, Programmiererin bei einem Unternehmen im Silicon Valley. Auf ihrem T-Shirt stand Werbung für genau diesen Arbeitgeber.

"Sie müsse doch ein Model sein, haben viele User geschrieben. So sehe doch keine Programmierin aus."
​Anna Kohn, DRadio Wissen

Isis Wenger selbst hat dann reagiert und selbst gepostet: Sie sei froh, wenn das Foto hilft, über Genderklischees hinwegzukommen. Sie hat dann einen Zettel hochgehalten mit dem Hashtag #IlookLikeAnEngineer. Was auf diesen Tweet folgte, hat sie selbst überrascht, sagte sie dem Sender CBS.

"Ich hatte keine Ahnung, dass der zweite Tweet in meinem Leben so abgehen würde."
Isis Wenger, Programmiererin

Ganz viele andere Programmiererinnen haben darauf reagiert - und selbst Fotos von sich bei Facebook gepostet. Sucht man unter dem Hashtag #Ilooklikeanengineer findet man Frauen in Abendkleidern, Frauen mit kurzen Haaren, mit langen Haaren, Frauen mit lustigen Handtaschen oder mit Bauhelm auf dem Kopf.

Den Nerv getroffen

Das Problem ist sehr real: 30 Prozent aller Angestellten bei Google sind Frauen - im technischen Bereich sind es aber gerade mal 17 Prozent. Bei Facebook noch weniger: 15 Prozent. Und bei Twitter gerade mal 10 Prozent.

"Immer wieder mal werden Vorfälle bekannt, in denen die Branche Frauen diskriminiert."
Anna Kohn

Auch Wenger hat davon berichtet, dass die Tech-Branche Leute benachteiligt, die nicht white und male sind. Bei Social Media bedanken sich jetzt viele bei ihr dafür, dass sie die Aufmerksamkeit noch mal auf diesen Punkt gebracht hat.