Mal im Ernst: Wer von Euch sorgt schon jetzt fürs Alter vor? Jetzt, da Ihr noch Zwanzig seid oder Dreißig, vielleicht noch im Studium steckt oder in der Ausbildung? Oder denkt Ihr: Dafür habe ich (noch) kein Geld, dafür ist Vater Staat in Deutschland zuständig?

Wissenschaftler auf einem Symposium der Universität Köln äußerten dazu, in den vergangenen fünf Jahren sei das Bewusstsein bei jungen Menschen in Sachen Altersvorsorge spürbar angestiegen. Anders hingegen fiel der Versuch der DRadio Wissen-Reporterin Susanne Grüter aus.

Überforderung?

Als sie mit ihrem Mikrofon loszog, zeigte sich die junge Generation recht unwissend in diesem Themenbereich und vor allem überfordert, da genau durchzublicken. Aufs Geld angesprochen, bekam sie immer wieder zu hören: "Ich kann nichts abschließen!"

"Jeden Versicherungsvertreter, der mich fragt 'Haben Sie schon für's Alter vorgesorgt?' muss ich auslachen. Ich hab einfach nix, was ich zurücklegen kann."
Nathalie, Hochschulabsolventin

Prof. Klaus Rothermund von der Universität Jena jedoch berichtet von einer neuen Vorgehensweise des Staates, die Wirkung zeige - jetzt, wo jeder weiß, dass die gesetzliche Altersrente vorne und hinten nicht mehr ausreichen wird. Wenn jemand glaubt, dass die gesundheitliche Versorgung im Alter schlecht ist, dann sorgt er mehr vor, so Rothermund. Und das scheine zu wirken.

"Ein bisschen Angst machen ist ein politisch probates Mittel, um die Leute zur Vorsorge zu überreden."
Prof. Klaus Rothermund, Institut für Psychologie, Jena

Rothermund spricht auch die Gesundheitsvorsorge an, denn wer länger lebt, muss auch in der Lage sein, länger zu arbeiten. Die Rente mit 67 ist der erste Weg dorthin.

Welchen Sinn haben Altersgrenzen?

In einem zweiten Vortrag befasst sich der Sozial- und Gesundheitsrechtler Stefan Huster von der Universität Bochum mit der Frage, welchen Sinn Altersgrenzen haben: vom Start in die Volljährigkeit bis zum Renteneintritt. Vorgetragen haben die beiden auf einem Symposium des "Cologne Center for Ethics, Rights, Economics and Social Sciences of Health" am 4. September 2014 in Köln.