Der Berliner Senat hat ein neues Toilettenkonzept verabschiedet, das noch viele Fragen offen lässt. Vor der endgültigen Lösung gibt's erst mal Ersatzklos. 

Seit 1993 betreibt die Wall GmbH, eine Firma für Stadtmöbel, die öffentlichen Toiletten in Berlin. Doch der Landesrechnungshofs rügt die Verträge, weil die Toiletten und deren Werbeflächen von der gleichen Firma betrieben werden. Das geht nicht mit dem Kartell- und Vergaberecht überein.

Daraufhin kündigte die Kommune der Wall GmbH und muss jetzt für Ersatz sorgen. Auch die Verträge für die Werbeflächen wurden neu ausgeschrieben.  

24 Prozent der Toiletten funktionieren nicht

Es geht um 234 Toiletten. Die gibt es in den verschiedensten Ausführungen: als Sanitärcontainer, Pissoirs und 171 City-Toiletten. Zur Finanzierung nutzt die Betreiberfirma die Außenflächen für Werbung. Und: Wer mal muss, zahlt für sein Geschäft 50 Cent. 

Stadt will übergangsweise Klos platzieren

Wenn Ende 2018 der Vertrag mit der Wall GmbH ausläuft, werden die Toiletten vielerorts wohl abgebaut. 2019 dürfte es dann so sein, dass neben den noch bestehenden privat betriebenen Toiletten ein städtisches Klo aufgebaut wird. Das soll allerdings nur eine Übergangslösung sein, bis ein neuer Betreiber gefunden wird.

130 Millionen Euro ins Klo

Die Berliner Verwaltung schätzt die Kosten während der Ausbauphase und dem Betrieb im Laufe von 15 Jahren mit Kosten von bis zu 130 Millionen Euro. 

Zudem sollen 29 City-Toiletten ihren Standort wechseln, 142 abgebaut werden, dafür sollen wiederum neue Klos gebaut werden, so dass die Berliner auf 366 stillen Örtchen ihr Geschäft verrichten können. Der bisherige Betreiber der Toiletten bezeichnet diese Pläne als ambitioniert.

Können, wenn man muss

Langfristig gesehen, soll der Zustand der Toiletten verbessert werden und der Bestand nach und nach ausgebaut werden. Für die Berliner und die Touristen der Hauptstadt ist das wahrscheinlich der wichtigste Punkt in dieser Debatte um öffentliche Toiletten: einfach zu können, wenn man muss.