Der Copilot von Flug 4U9525 brachte den Airbus A320 wohl absichtlich zum Absturz - soviel ist klar. Könnten routinemäßige Sicherheitsprüfungen so ein Verhalten in Zukunft rechtzeitig verhindern?

Pilot ist für viele Menschen ein Traumberuf. Doch dahin zu kommen, ist ein langer Weg. Dazu gehören auch medizinische und psychologische Sicherheitsprüfungen, die sowohl Pilotenanwärter als auch Piloten selbst absolvieren müssen.

Wer schon Pilot ist, muss einmal im Jahr zum sogenannten "Medical" einem medizinischen Check. Wenn sie diesen Check nicht bestehen, kann eine Pilotenkarriere schnell vorbei sein. Einen psychologischen Test müssen allerdings nur Pilotenanwärter absolvieren, erzählt Andreas Späth. "Ob die charakterliche Eignung in Ordnung ist, ob der Pilot normal und psychisch gut funktioniert, diese Prüfung wird nur einmal gemacht und zwar bevor der Pilot seine Karriere im Cockpit überhaupt beginnt."

"Ist man einmal Pilot, werden im Laufe der Jahrzehnte nie wieder psychologische Tests gemacht."
Andreas Späth, Luftfahrt-Journalist

Mehr psychologische Tests für Piloten

Im Zuge des Absturzes der Germanwings-Maschine könnte sich das ändern, sagt Andreas Späth. Piloten stehen in ihrem Arbeitsalltag unter großem Druck und tragen viel Verantwortung. Zudem ist es völlig normal, dass Menschen sich im Laufe ihres Lebens verändern. Darum können regelmäßige psychologische Checks von Vorteil sein.

Die Zwei-Personen-Regel

Aus Sicherheitsgründen setzen gerade viele Airlines auf die Zwei-Personen-Regel im Cockpit - soll heißen: im Cockpit muss neben dem Piloten oder Copiloten immer mindestens zwei Personen anwesend sein - das kann auch ein Flugbegleiter sein. Diese Regel wurde bislang eher unheitlich genutzt, sagt Andreas Späth. In den USA setzen nur einige große Airlines darauf. In Europa hält sich vor allem British Airways an die Zwei-Personen-Regel.

"Lufthansa hat diese Regel bislang bewusst vermieden, weil sie wissen, dass das keine Patentlösung sein kann."
Andreas Späth, Luftfahrt-Journalist

Wenn eine Person im Cockpit böse Absichten hat, kann ein Flugbegleiter, der daneben sitzt, ohnehin nichts dagegen unternehmen.