Die Trauer geht weiter, jetzt kommt der Streit dazu. Nach dem Germanwings-Absturz hat Lufthansa den Hinterbliebenen Schmerzensgeld angeboten. Die Angehörigen wollen mehr. Deutlich mehr. Aber wie viel ist ein Menschenleben überhaupt wert?

Am 24. März 2015 verunglückte ein Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings - auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. 150 Menschen waren an Bord. Niemand überlebte. Unter den Toten war auch der Co-Pilot, der die Maschine absichtlich abstürzen ließ. Der Sinkflug in den Tod dauerte rund sieben Minuten.

Die Hinterbliebenen wollen mehr Schmerzensgeld

Das Unternehmen Lufthansa zahlte als Soforthilfe 50.000 Euro an die Hinterbliebenen. Jetzt hat das Unternehmen den Angehörigen zusätzlich pauschal 25.000 Schmerzensgeld geboten. Außerdem erhalten die nächsten Angehörigen - unter anderem Eltern, Kinder, Ehepartner - 10.000 Euro.

Damit zahlt die Lufthansa mehr als sie muss. Das deutsche Recht sieht hohe Schmerzensgeldzahlungen nicht vor. Doch die Angehörigen reagieren mit Wut. Ihre Anwälte fordern deutlich mehr Geld. Aber wie viel ist ein Menschenleben wert? Und wie lässt sich das bemessen?

"In den USA wird auch emotionaler Schaden bezahlt. Das gibt der ganzen Sache einen etwas bitteren Beigeschmack. Denn die Angehörigen der drei amerikanischen Opfer des Germanwings-Absturzes haben Anspruch auf mehrere Millionen Euro."
Jenny Rieger aus der DRadio-Wissen-Redaktion

Da gibt es zum Beispiel die Schmerzensgeldtabelle. Hier finden sich alle Summen, die gezahlt wurden - für die Verletzung verschiedener Körperteile oder auch deren Verlust. Es gab schon einmal 15.000 Euro für vier amputierte Zehen. Oder 330.000 Euro für ein ganzes Bein. Rechnet man die Zahlungen zusammen, dann kommt man auf einen Durchschnittswert von 1,7 Millionen Euro für den kompletten Körper.

Der Mensch ist wert, was er verdient

Aber es gibt noch andere Varianten, den Wert des Menschen zu bemessen. Zum Beispiel den Humankapital-Ansatz. Hier geht es darum, wie viel man noch hätte verdienen können. Rentner sind bei dieser Berechnung zum Beispiel weniger wert als Menschen im Job - und vor allem Menschen, die richtig viel Geld verdienen. Solche Kosten-Nutzen-Rechnungen werden auch von deutschen Behörden bei Entscheidungen genutzt.

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