Die Luft, der Boden sind heiß und aufgeladen von der Sonne. Ein paar Wolken versprechen Abkühlung und lassen einen milden Schauer frei. In dem Moment beginnen die Luft, die Erde, einfach alles zu duften.

Der Duft nach Sommerregen, oder der Frühlingsduft, der Geruch der Metro in Paris oder der Geruch auf der Kirmes nach gebrannten Mandeln und Zuckerwatte - sie setzen sich aus ganz bestimmten Komponenten zusammen, meist sind es viele Tausende, erklärt der Geruchsforscher Hans Hatt.

Parfum Sommerregen

Wenn der Sommerregen auf den warmen Boden trifft, dann verdunstet das Wasser. Mit diesem Dampf steigen verschiedene Stoffe auf und gelangen in die Nase. Wir riechen etwa Blütenstaub von Blumen oder Bäumen, Erde und viele verschiedene Dinge, beschreibt Hans Hatt den Geruch Sommerregen. Dieser Geruch setzt sich so speziell zusammen wie ein gutes Parfum.

Allderings, so der Geruchsforscher, würden wir zwar denken, wir riechen den Frühling. In Wirklichkeit sei es aber eigentlich der Herbst. Denn unsere Nase nimmt verrottete Blätter und frische Erde wahr, die über den Winter entstanden ist.

"Würde man einem Probanden den Frühlingsduft in einem Labor unter die Nase halten, würde er den Geruch wahrscheinlich nicht als angenehm empfinden."
Hans Hatt, Geruchsforscher

Dass Gerüche Emotionen und Erinnerungen freisetzen, liegt an der Anatomie unseres Riechapparates. Von dort gehen zwei große Nervenbündel direkt in die Hirnregionen, die für Emotionen und für Erinnerungen zuständig sind.

"Deswegen haben Gerüche das Potential uns in die Vergangenheit zu beamen, sogar in die Kindheit."
Hans Hatt, Geruchsforscher