Friedrich Wilhelm I., preußischer König ab 1713, ist anders als andere Regenten. Höfischen Protz lehnt er ab. Seine Leidenschaft gilt dem Militär. Während seiner Regentschaft wird Preußen zu einem effizienten Staat.

Als Friedrich Wilhelm I. am 25. Februar 1713 zum preußischen König gekrönt wurde, fand er einen wirtschaftlich heruntergekommenen Staat vor. Seinem Vater Friedrich I. war Verschwendungssucht vorgeworfen worden. Friedrich Wilhelm I. machte vom ersten Tag seiner Regentschaft an vieles anders: Er beendete Prunk und Verschwendung im Staat, ließ den Privatbesitz seines Vaters konfiszieren und legte sein politisches Augenmerk auf den Ausbau des preußischen Militärs und die Sanierung der Staatsfinanzen.

Friedrich Wilhelm I. gilt als einer der großen "inneren Reformer" Preußens. Gleichzeitig zeigt sein Titel "Soldatenkönig", dass bei ihm das Militärische im Vordergrund stand: Der Kasernenhof wurde zur "Schule der Nation". Wer etwas werden wollte, musste militärische Verdienste vorweisen. Er holt die "Langen Kerls" in die Armee - Soldaten, die größer als 1,88 Meter sind. Am Ende seiner Regentschaft verfügt Preußen über mehr als 80.000 Soldaten – mehr als doppelt so viele wie zu Beginn seiner Herrschaft.

Sehr große Männer in historischer Soldaten-Uniform
© Imago | Frank Sorge
Mitglieder des Potsdamer Vereins "Lange Kerls" in historischer Uniform erinnern an das ehemalige preußische Leibregiment aus der Zeit Friedrich Wilhems I.

Die Alliierten lösten den Staat Preußen am 25. Februar 1947 offiziell auf. Das preußische Territorium wurde den neuen Ländern zugeschlagen, die in den beiden deutschen Staaten 1949 entstanden. Völkerrechtlich bindende Gesetze des untergegangenen Preußen werden von den Nachfolgestaaten bis heute beachtet.

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