Die Bauchtasche zeigt: Das Geschlecht spielt keine Rolle, die unterschiedlichsten Leute tragen sie. Nach der Bauchtasche für alle, ziehen die großen Modekonzerne mit Handtaschen für Männer nach.

Bei den großen Modelabels wie Chanel, Dior und Fendi ist die Handtasche für den Mann schon seit einigen Wochen Teil des Looks. Zu kaufen gibt es die Herrenhandtasche ab mindestens 150 Euro, die Grenze nach oben ist offen. Laut Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer, sollen die Taschen für den Mann ab Herbst auch bei allen gängigen Modeketten zu finden sein.

"Was ich wirklich ganz cool finde, ist, dass damit gerade so ein bisschen der Ruf der Handtasche für den Mann gerettet werden könnte."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Wichtig bei der Herrenhandtasche ist, wie sie getragen wird. Optik und Form der Tasche sind erst mal zweitrangig, sagt Anke de Weyer. Und weil die Herrenhandtasche eine Handtasche ist, soll sie auch als solche getragen werden: über die Schulter, unterm Arm oder in der Ellenbeuge.

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Denn eine Handtasche ist vor allem praktisch. Damit ist sie auch eine Alternative zum Rucksack oder der Hosentasche, in die der ganze Kram sonst reingestopft wird, meint Anke van de Weyer weiter. Zudem sorgt der Trend Herrenhandtasche dafür, dass die toxische Männlichkeit auch aus der Modeindustrie verschwindet und bricht mit Stereotypen wie Handtaschen seien unmännlich und werden nur von bestimmten Berufsgruppen getragen.

Mehr geschlechtsneutrale Mode

Vorreiter für die Herrenhandtasche scheinen Bauchtaschen zu sein, die viele Frauen und Männern quer über die Schulter tragen. Bei Rappern wie Skepta und RIN ist auch schon zu sehen, dass sich der Trend Bauchtasche gerade weiterentwickelt: Sie tragen Taschen, die wie ein Geschirr oder ein Pistolenhalfter direkt am Körper getragen werden.

"Der Trend hinzu geschlechtsneutraler Mode, bei dem alle alles tragen können, zeichnet sich schon lange ab."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Mode wird immer geschlechtsneutraler: Das sei ein Trend, der sich schon länger abzeichnet, sagt Anke van de Weyer. Aus der Sicht der Modeindustrie wäre das auch sinnvoll, denn mit Handtaschen und Accessoires könnte man viel Geld machen. Für die Modekonzerne scheint der Trend Herrenhandtasche somit also eine Win-win-Situation zu sein.