Lakritz soll kurzzeitig impotent machen und in kleinen Dosen Igelblut enthalten. Oder, je nach Version, auch Ochsenblut. Alles Quatsch, sagt unser Lakritz-Experte.

"Salzig wird sehr gern gegessen", sagt Sascha Eversberg von der Bärendreck-Apotheke in Köln. Vor allem die doppelt gesalzenen Lakritz aus Holland gingen gut. Die Geschmäcker seien verschieden: Manche mögen süß, andere sauer, manche mögen fest, andere weich. Dass Lakritz polarisiert, liegt vielleicht an der schwarzen Farbe, vermutet Eversberg - die sei für Nahrungsmittel schon etwas Besonderes.

"Bärendreck" ist einer der vielen Namen für die schwarze Süßigkeit - an der sich die Geister scheiden, und um die es einige Gerüchte gibt.

  • Im Lakritz sind Igelblut- und Ochsenblut

Weder Igelblut noch Ochsenblut sind im Lakritz, sagt Sascha Eversberg. Dafür rund fünf Prozent Süßholz.

"Süßholz ist sehr gut für den Magen und für die Schleimhäute. Es beruhigt und löst den Schleim."​
Sasche Eversberg, Bärendreck-Apotheke Köln
  • Lakritz ist schlecht für die Potenz

Lakritz könne tatsächlich auch kurzzeitig den Testosteron-Spiegel senken, aber impotent mache es nicht, sagt Eversberg. Es wurde bei den Alten Ägyptern als Aphrodisiakum benutzt. Und moderne Studien hätten auch gezeigt, dass Lakritz und Gurkensaft bei Frauen aphrodisierend wirken könnten.

  • Lakritz macht süchtig

Abhängig macht Lakritz nicht, glaubt Eversberg. Süchtig sei man nach Lakritz höchstens aus Geschmacksgründen.