Eis mit Gorgonzola-Käse oder Roquefort? Warum nicht. Die Kombi süß und salzig/herzhaft passt hervorragend. Süß-salziges Eis lässt sich sogar ziemlich gut selbst herstellen, auch ohne Eismaschine.

In den USA gibt es jetzt eine Eiscreme-Sorte, die eher nach Experimentierfreude klingt. Für Menschen, für die Eis nur in süß funktioniert, ist das Eis mit Geschmacksrichtung "Macaroni and Cheese" wahrscheinlich eher nichts - für Salzkaramell-Liebhaber*innen schon eher.

Spannend für die Geschmacksrezeptoren

Der Kontrast aus süß und salzig ist für unseren Geschmackssinn interessant, findet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer.

Wir haben auf unserer Zunge verschiedene Geschmacksrezeptoren. Wenn dort bei Eiscreme nicht nur, wie eigentlich erwartet, süß ankommt, sondern auch noch salzig, dann haben wir geschmacklich erstmal mehr zu entdecken. Außerdem ist Salz ein Geschmacksverstärker: Süße Sachen schmecken also nochmal etwas süßer, wenn eine Salznote dabei ist.

"Salz ist ein Geschmacksverstärker: Süße Sachen schmecken nochmal süßer, wenn eine Salznote dabei ist."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Dass Süßes gut mit Salzigem funktioniert, könnte am SGLT1-Sensor liegen, der Glukose, also Zucker in die Zellen schleust. Das wiederum funktioniert nur, wenn Natrium vorhanden ist – und das ist in Salz vorhanden.

Salzig mit süß dabei geht auch

Die umgekehrte Variante - salzig mit süß - funktioniert übrigens ebenfalls und ist auch schon ziemlich verbreitet. Beispiele sind die Datteln im Speckmantel oder das Honig-Senf-Dressing.

In gewisser Weise sei das mit dem süß-salzigen Eis auch ein Lerneffekt, glaubt Anke van de Weyer. Wir haben Eiscreme als süß in unserem Hirn eingeloggt, deswegen finden wir es im ersten Moment einfach seltsam, wenn sich daran etwas ändert. Langsam, aber sicher ändert sich an dieser Vorprägung aber etwas: So gehört zum Beispiel die Sorte Salzkaramell mittlerweile schon fast zum Standard bei vielen Eisdielen.

Tipps zum Selbermachen

Wer süß-salziges Eis mal selbst machen will: Ihr könntet damit starten, süßes Eis mit salzigen Toppings zu garnieren: Salzbrezeln, gesalzene Erdnüsse oder Chips- oder Bacon-Brösel.

Ob Parmesan, Ziegenkäse oder Blauschimmelvarianten wie Roquefort oder Gorgonzola: Alles ist möglich.

"Käse im Eis geht überraschend gut."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wer keine Eismaschine zur Hand hat, kann trotzdem loslegen: Mit gesüßter Kondensmilch. Diese wird zunächst mit geschlagener Sahne und dem gewünschten Geschmack vermischt und dann eingefroren.

Die vegane Alternative: Ihr nehmt sehr reife Bananen, schneidet sie in Stücke und friert sie ein. Anschließend püriert ihr das Ganze. "Nicecream" nennt sich das Ganze.

"Bananen-Eis mit Erdnussbutter und gesalzenen Erdnüssen - sehr, sehr geil."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das Bananen-Eis wird "richtig absurd cremig", berichtet Anke van de Weyer aus eigener Erfahrung. Andere Sachen dazu mischen funktioniere auch gut. Warum also nicht mal Bananen-Eis mit Erdnussbutter und gesalzenen Erdnüssen?

Eis am Stiel

Wer dem wieder angesagten Trend "Eis am Stiel" folgen will, kann eine Joghurtmasse mit Erdbeerstückchen und ein paar gesalzenen Pistazien herstellen. Alternative: Stückchen von salzigem Lakritz in Vanille-Joghurt.

Bei püriertem Obst oder Obstsaft könnt ihr auf das gefrorene Eis ein bisschen Chili-Salz draufstreuen, bevor ihr es esst, empfiehlt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer. Das klappt zum Beispiel super mit Mango. Die Kombi Chili, Obst und Salz gibt es auch bei Maragaritas.