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Das Hoch Luzifer sorgt für höllische Hitze besonders im Mittelmeerraum. Auf Sizilien werden Temperaturen von bis zu 48,8 Grad erwartet. Auf unseren Körper wirke so eine extreme Belastung wie Fieber, sagt der Andreas Matzerakis. Er ist Professor für Medizin-Meteorologische Forschung beim Deutschen Wetterdienst.

Kaum vorstellbare 48,8 Grad Celsius. Solche Rekord-Temperaturen kennt Deutschlandfunk Nova-Reporter Stephan Beuting allenfalls aus der mild-eingestellten Bio-Sauna. Selbst der Wetterexperte Andreas Matzerakis hat solche Temperaturen selbst noch nicht erlebt.

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Die höchste Temperatur, die der Meteorologe je selbst erlebt habe, waren 43 bis 44 Grad bei einer Hitzewelle in Griechenland, die 4000 Todesopfern zur Folge hatte. Diese Temperaturerfahrung war für Andreas Matzerakis der Anlass, diese Temperaturereignisse und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen näher zu erforschen. Er untersucht nicht nur den Zusammenhang zwischen Klima und Gesundheit, sondern ist auch Professor für Medizin-Meteorologische Forschung beim Deutschen Wetterdienst in Freiburg.

Enorme Hitzebelastung wie Fieber

Jedes Grad jenseits unserer Körpertemperatur, die zwischen 36,3 und 37,4 Grad Celsius schwankt, wird zum Gesundheitsproblem, sagt Andreas Matzerakis.

"Unsere Körpertemperatur variiert, abends fällt sie, morgens steigt sie, pendelt sich dann aber bei Gesunden zwischen 36,3 und 37,4 Grad Celsius ein. Jedes Grad über dieser normalen Betriebstemperatur wird zum Problem."
Andreas Matzerakis, Metereologe 

Diese hohe Temperaturbelastung sei für unseren Körper in etwa vergleichbar mit Fieber. Auch da arbeite der Körper auf Hochtouren und versuche die überschüssige Wärme abzulegen, sagt Andreas Matzerakis. Die Folge: Wir strengen uns weniger an, bewegen uns nur noch, wenn es absolut nötig ist, unser Körper weitet seine Gefäße, wir schwitzen. Das funktioniert eine ganze Zeit lang gut. Aber je höher die Temperatur, je länger die Hitze dauert, desto problematischer wird es für den Körper.

Faktor Wind und Luftfeuchtigkeit

"Stellen Sie sich vor, sie kommen gerade aus der Dusche bei 45 Grad, sie sind nass, aber das ist nicht Wasser, das haben sie selber produziert", sagt Andreas Matzerakis. Wie sehr wir schwitzen liegt dabei auch am Wind und der Luftfeuchtigkeit.

In Italien weht der Wind in vielen Teilen derzeit zum Glück mäßig mit 2 bis 3 Metern pro Sekunde. Die Luftfeuchtigkeit liegt noch bei erträglichen 25 Prozent. Das heißt, dass der Schweiß in der trockenen Luft effektiver kühlt. Schlecht wäre etwa die relative Luftfeuchte von Hamburg. Die liegt im langjährigen Sommerdurchschnitt nämlich rund dreimal so hoch.

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All diese Faktoren, so Matzerakis, würden bei der Frage nach der Hitzeverträglichkeit eine entscheidende Rolle spielen. Darum gibt es auch nicht so etwas wie die eine definierte Temperatur-Obergrenze für Menschen. Dennoch, so der Wetterexperte, machen uns Temperaturen ab über 35 Grad schwer zu schaffen.

Extreme Wetterwechsel werden zum Problem

In Summe aber gefährde uns nicht nur der Anstieg der Temperatur, sondern auch die Zunahme der Extreme, vor allem die Zunahme der extremen Wechsel. Florian Rakers behandelt und forscht als Neurologe an der Uniklinik Jena. Er hat mit seinem Team festgestellt, dass bei bestimmten Wetterlagen mehr Patienten mit Schlaganfällen eingewiesen werden, erzählt er im mdr.

"Was wir festgestellt haben, ist, dass Extremwetterlagen Schlaganfälle begünstigen und Extremwetterlagen werden mit dem Klimawandel zunehmen."
Der Neurologe Florian Rakers im mdr

Gesundheitsgefahr bestehe durch die direkten Folgen der Hitze aber auch durch die anschließende Abkühlung, also durch extreme Wechsel. Wenn die Temperatur um 2,9 Grad abfallen, dann steige das Schlaganfallrisiko um 30 Prozent, sagt Florian Lakers.