In Dallas protestieren viele Menschen friedlich gegen Polizeigewalt gegen Schwarze. Doch dann fallen Schüsse: Mehrere Polizisten werden erschossen - vermutlich von zwei Heckenschützen.

Laut dem Polizeichef von Dallas im US-Bundesstaat Texas wurden die Polizisten von zwei Heckenschützen getötet. Die Täter sollen vermutlich von einem Dach aus geschossen haben. Das Ganze passierte mitten in einer friedlichen Demonstration gegen Polizeigewalt gegen Schwarze.

CNN berichtet, dass ein Mann, nach dem gesucht wurde, sich inzwischen bei der Polizei gemeldet hat. Ein anderer soll in Gewahrsam sein. Außerdem soll ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden sein. Zurzeit wird geprüft, ob es sich um eine Bombe handelt. Es soll Drohungen gegeben haben. Die Polizei hat inzwischen den Luftraum über Dallas gesperrt.

In den sozialen Netzwerken gibt es viele Reaktionen auf Dallas. In einem Tweet macht der Sänger John Legend deutlich, dass das Töten durch Polizisten abzulehnen, nicht bedeutet, das Töten von Polizisten gutzuheißen. Die Schauspielerin Patricia Arquette postete: "Bitte hört auf, euch gegenseitig umzubringen. Keine Schusswaffen mehr. Keine Gewalt mehr. Kein Mord mehr."

Präsident Barack Obama hat sich bislang nicht geäußert. Der US-Präsident ist beim NATO-Gipfel in Warschau, der heute beginnt. Es ist nicht nur Obama, der fordert, dass die US-Polizei reformiert wird, um Polizeigewalt gegen Schwarze zu verhindern. Polizeigewalt war der Grund für die Demonstration in Dallas, die vollkommen friedlich startete.

In den US-Bundesstaaten Louisiana und Minnesota waren diese Woche zwei Schwarze von Polizisten erschossen worden. In beiden Fällen wird ermittelt und von beiden Fällen gibt es Videoaufnahmen. Bei dem Fall in Minnesota hat die Freundin des Erschossenen Philando Castile ab einem gewissen Punkt die Situation live über Facebook gestreamt. Die Aufnahme kursiert noch immer im Netz.

Das Paar war im Auto von der Polizei angehalten worden. Offensichtlich war eines der Rücklichter kaputt. Castile hatte eine Waffe dabei und teilte dies wohl gleich der Polizei mit. Die Polizei selbst hatte keine Body-Cams.

Präsident Obama hatte sich zu der Polizeigewalt in Louisiana und Minnesota geäußert.