Im Game "Ghost of a Tale" versteckt sich die Maus Tilo, um aus dem Gefängnis auszubrechen. In "Chuchel" geht es auf die Suche nach einer Kirsche. Das Fazit von Game-Expertin Jana Reinhardt: Beide empfehlenswert.

Passend zu Ostern hat Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin Jana Reinhardt zwei Spiele dabei, die - na klar - was mit Verstecken zu tun haben. Beim einen versteckt man sich selbst, beim anderen muss man etwas suchen.

1. Ghost of a Tale: Niedlich und düster

Beim Spiel "Ghost of a Tale" geht es darum, sich selbst zu verstecken. Genauer gesagt spielt man den Barden Tilo, der auf einer Insel in ein Gefängnis gesteckt wurde. Das Ziel das Spiels: Dort ausbrechen und fliehen. Und auf der Flucht muss sich Tilo immer wieder verstecken, zum Beispiel vor den Gefängniswärtern.

Tilo ist übrigens kein Hase, aber immerhin eine Maus. Sie läuft auf zwei Beinen, hat ihren Mauscharakter aber behalten.

"Die Grafik ist relativ realistisch, obwohl sie auch ein bisschen fantasievoll überzeichnet ist mit viel Liebe zu Details. Wirklich gruselig wird es aber nie - dafür sorgen die skurrilen Charaktere im Gefängnis."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin

Der Gefängnisausbruch fängt relativ einfach an: Ein mysteriöser Gönner hat in der Zelle den Türschlüssel versteckt, mit dem Tilo einfach rausspazieren könnte - wenn da nicht die Wachen wären.

Deshalb nutzt der Spieler die Fähigkeiten, die eine Maus natürlicherweise hat: Verstecken, unauffällig und leise sein, schleichen, auf allen Vieren laufen. Im Dunkeln zu bleiben reicht aber nicht: Tilo muss aktiv werden und sich in Kisten und Trögen verstecken, wenn eine Wache in Sicht ist.

Irgendwann besteht das Spiel aus mehr als nur Fliehen. Je mehr Ausrüstung Tilo sammelt (zum Beispiel Schlüssel der Wärter), desto mehr öffnet sich die Gefängnis-Insel-Welt.

"Es ist kaum zu glauben, wenn man die Grafik sieht: Ghost of a Tale ist ein Debütspiel."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin

Hinter "Ghost of a Tale" steckt der Franzose Lionel Gallat. Er hat jahrelang als Animator für Filme wie "Prince of Egypt" oder "El Dorado" gearbeitet. Vor fünf Jahren hat er sein Spiel mit einer Crowdfunding-Kampagne finanziert. Seitdem arbeitet er fast als Einzelkämpfer an dem Spiel.

Janas Fazit

"Gut finde ich, dass das Spiel nicht zu niedlich ist, sondern auch düster. Mir gefällt, wie sich die Welt nach und nach öffnet und man durch die witzigen Dialoge mehr über die Ratten- und Mäusewelt lernt. Und ich finde, die Schleichmechanik und das Verstecken in Kisten macht Spaß und ist mal was anderes."

"Ghost of a Tale" ist ab sofort für den PC auf der Kaufplattform Steam erhältlich.

2. Chuchel: Zum Gehirn abschalten

Das Spiel, dessen Namen "Chuchel" unaussprechbar erscheint, kommt mit dem gleichnamigen Spielecharakter daher, der aussieht wie eine flauschige Kugel mit zwei dünnen Beinen, zwei dünnen Armen und einer großen Mütze.

Das kaum an Wichtigkeit zu übertreffende Spielziel: Chuchel muss seine Kirsche finden. Und damit wäre der Bezug zu Ostern ausreichend hergestellt.

"Chuchel zu spielen, ist ein bisschen wie Kinderfernsehen auf LSD. Es ist super hypnotisch, voller bunter, kleiner Figuren, bei denen du nicht ganz zuordnen kannst, was und wer die sind. Man klickt einfach überall mal drauf."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Game-Expertin

Was verrückt und eigen und unübersichtlich wirkt, kommt auf den ersten Blick wie ein Point-and-Click-Adventure ohne Schwierigkeitsgrad daher - weil man einfach überall drauf klicken kann und muss. Und tatsächlich bleibt es auch genau das. Aber: Überraschungen gibt es trotzdem. "Du weißt nie, womit die Entwickler als Nächstes um die Ecke kommen", sagt Jana Reinhardt. So verformt sich ein Schneckenhaus auch einfachmal in eine Spielhalle."

Screenshot des Games "Chuchel"
© Chuchel

Janas Fazit

"Das ist ein gutes Spiel, um mal so richtig das Gehirn abzuschalten."

Chuchel gibt es ab sofort für Windows und Mac auf den Plattformen Steam und dem Humble Store.