Die Ungleichbehandlung und der sexuelle Missbrauch von Frauen im Filmgeschäft können nicht einfach so weitergehen. Deswegen will die Initiative Pro Quote Film die Rechte von Frauen stärken.

Mit der Initiative Pro Quote Film schließen sich viele Frauen des deutschen Films zusammen, um ihren Forderungen nach größerer Gerechtigkeit im Filmgeschäft mehr Gewicht zu verleihen. Bisher haben über 1200 Unterstützerinnen die Forderungen von Pro Quote Film unterschrieben – unter anderem:

  • Eine Frauenquote von 50 Prozent bei der Vergabe von Aufträgen und Fördergeldern und auch bei der Rollenbesetzung
  • Frauen über 35 Jahren sollen stärker in den Drehbüchern vorkommen
  • Gerechte und gleiche Bezahlung
"Unsere Forderungen sind schon älter, aber die Empfindsamkeit für die Debatte ist im Moment sehr sehr stark. Man hat begriffen, dass wir uns in Strukturen bewegen, die toxisch sind, die einfach nicht gesund sind und die zu Machtmissbrauch verführen."
Jasmin Tabatabai, Schauspielerin

Das Vorgängerprojekt Pro Quote Regie soll komplett in der neuen Initiative aufgehen. Eine Ausweitung auf die gesamte Filmindustrie wurde aber notwendig, weil nicht nur Regisseurinnen und Regisseure, sondern auch Drehbuch, Kostüm, Kamera, Ton, Schnitt und Produktion von dem Problem betroffen sind.

Männer erdrücken Frauen mit ihrer Dominanz

Beim Ton arbeiten zum Beispiel 91 Prozent Männer, 5 Prozent gemischte Teams und nur 4 Prozent Frauen. Bei der Kamera sind es 85 Prozent zu 10 Prozent und der Regie 74 Prozent zu 21 Prozent.

Auf der Leinwand kommen auf eine Frau mindestens zwei Männer. Und die Figuren in Animationsfilmen werden im Schnitt neunmal so oft von Männern als Frauen synchronisiert.