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Was ist fair und was gerecht? Das sind philosophische Fragen. Konkrete politische Überlegungen zu Teilhabe und Rechtfertigung sind für den Philosophen Rainer Forst Teil der Antwort. Ein Vortrag über transnationale Gerechtigkeit.

Genügend Nahrung, ein Dach über dem Kopf, gesundheitliche Versorgung, Zugang zu Bildung – das sind Dinge, die wir alle benötigen. Wenn sie nicht fair verteilt sind, ist das ungerecht. Für eine gerechte Weltordnung braucht es jedoch mehr. Auch die Strukturen, die unser Leben bestimmen, die festlegen, was wir haben oder nicht haben, was wir tun können oder nicht, müssen gerecht sein.

"Kämpfe um Gerechtigkeit können Kämpfe um Ressourcen sein. Aber wie diese Ressourcen produziert und verteilt werden – das ist die eigentliche Frage der Gerechtigkeit."

Rainer Forst ist Philosoph und Politikwissenschaftler und lehrt an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit langem beschäftigt er sich mit Fragen der Gerechtigkeit.

Grenzenlose Gerechtigkeit

Eine besondere Rolle spielt für ihn dabei die Frage, was Gerechtigkeit über nationale Strukturen hinaus bedeutet. Also was heißt Gerechtigkeit, weltweit betrachtet, oder wie er es formuliert, transnational?

"Wir müssen diese Kämpfe als das ernst nehmen, was sie sind: Die Einforderung einer gesellschaftlichen Ordnung, in der du mitbestimmen kannst, welche Ressourcen dir zur Verfügung stehen und welche nicht."

Zwei Begriffe sind für den Philosophen für die Antwort auf diese Frage entscheidend: Rechtfertigung, also begründetes Argumentieren, und Partizipation, wer also teil hat an den Entscheidungen darüber, wie unsere Welt aussehen soll.

Rainer Forst hat seinen Vortrag am 16. Januar 2020 an der Akademie der Wissenschaften in Hamburg gehalten. Er hat den Titel "Eine kritische Theorie transnationaler (Un-)Gerechtigkeit".