"Positive Psychologie" setzt sich damit auseinander, wie wir glücklicher und zufriedener werden können. Dafür sollten wir uns gewisse Fragen stellen. Welche das sind, erklären Main Huong und Diane in dieser Ausgabe "Achtsam".

In den 1990er-Jahren war die "Positive Psychologie" eine Denkschule, die neu aufgekommen ist. Martin Seligman hat sie stark geprägt und hat damals darüber geschrieben: "Jetzt aber ist die Zeit der 'Positiven Psychologie' gekommen, einer Wissenschaft, die positive – und nicht nur negative – Emotionen zu verstehen sucht, die bemüht ist, Stärken und Tugenden aufzubauen und Wegweiser aufzustellen, um Ihnen zu ermöglichen, das zu finden, was Aristoteles das 'gute Leben' genannt hat."

Was macht mich glücklich?

Die "Positive Psychologie" beschäftigt sich also nicht mit den Problemen der menschlichen Psyche, sondern mit dem, was wir tun können, um glücklicher zu leben. Es geht um die Fragen: Was brauchen wir zum Glücklichsein? Wie können wir jeden Tag selbst dafür sorgen, dass wir es bekommen?

"Man kann gar nicht oft genug sagen, dass das nicht irgendein komischer Eso-Hokuspokus ist, sondern knallharte Psychologie – wenn man dankbar ist, geht es einem besser."
Diane über "Positive Psychologie"

Wir Menschen brauchen – genau wie Wasser und Nahrung für unseren Körper – auch bestimmte Dinge für unseren Geist, die uns guttun: Dankbarkeit, Vergebung, Empathie, Flow, Optimismus, soziale Bindungen wie auch Kreativität, Geduld, Mut, Humor und Weisheit.

Dafür hilft es, wenn wir uns Fragen stellen: "Was ist jetzt da, was mich glücklich macht? So sammeln wir hier einen Punkt, dort einen Punkt und daraus werden glückliche Tage, Wochen und unser ganzes Leben. Das gilt auch für Situationen, die schwierig sind. Auch hier können wir glücklich sein, wenn wir sagen: Ich selbst habe mir in einer schweren Situation Halt gegeben und das macht mich glücklich", erklärt Main Huong.

Was das genau bedeutet und wie wir diese Dinge in unser Leben holen, ist Thema dieser Folge "Achtsam".

Ihr habt Anregungen, Ideen, Themenwünsche? Dann schreibt uns gern unter achtsam@deutschlandfunknova.de

Quellen aus der Folge:
  • Lindsay, E. K., Chin, B., Greco, C. M., Young, S., Brown, K. W., Wright, A. G. & Creswell, J. D. (2018). How mindfulness training promotes positive emotions: Dismantling acceptance skills training in two randomized controlled trials. Journal of personality and social psychology, 115(6), 944.
  • Kiken, L. G., & Shook, N. J. (2011). Looking up: Mindfulness increases positive judgments and reduces negativity bias. Social Psychological and Personality Science, 2(4), 425-431.  
Empfehlungen aus dem Beitrag:
  • "Glücklich sein: Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben" von Sonja Lyubomirsky, Campus Verlag.
  • "Das Happiness Prinzip" von Shawn Achor, Unimedica.
  • "Dankbarkeit, Wertschätzung und Glück: Auf dem Weg zu einem neuen Lebensstil" von Liv Larsson, Junfermann Verlag.
  • "The Wiley Blackwell Handbook of Positive Psychological Interventions" von Acacia C. Parks und Stephen Schueller, John Wiley & Sons (wissenschaftliche Literatur).
  • Achtsam
  • Moderatorinnen:  Diane Hielscher und Main Huong Nguyen