Im Sommer sind die Nächte oft am schönsten, weil es dann etwas abkühlt. Und zurzeit kann man dann – mit etwas Glück – auch Glühwürmchen beobachten. Die werden allerdings immer seltener.

Glühwürmchen heißen eigentlich Leuchtkäfer. Und vor allem sind es die paarungsbereiten Weibchen, die sich auf einen Grashalm oder ein Blatt setzen und dort mit ihrem leuchtenden Hinterteil auf ein Männchen warten. "Und die lassen sich dann für die Paarung auf sie fallen", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anne-Katrin Eutin, "noch unromantischer ist vielleicht der Fakt, dass wir ihnen darüber hinaus, in Bezug auf ihre gesamte Lebensspanne, eher beim Weg auf das Sterbebett zugucken."

"Wenn Leuchtkäfer sich gepaart und die Eier abgelegt haben, dann sterben sie."
Anne-Katrin Eutin, Deutschlandfunk Nova

Vorher waren sie drei Jahre lang eine Larve im Unterholz. Und wenn sie zum Käfer werden, bleiben ihnen nur noch maximal zwei Wochen, um sich zu paaren und Eier zu legen.

Hand, auf der ein Glühwürmchen liegt.
© Imago | Cavan Images
Hand, auf der ein Glühwürmchen liegt

Damit Glühwürmchen leuchten, läuft ein chemischer Prozess ab: "Dabei spielt der Leuchtstoff Luziferin eine Rolle. Der leuchtet in Verbindung mit Sauerstoff und die dabei eingesetzte Wärme, die wird zu 90 Prozent in Licht umgewandelt", erklärt Anne-Katrin.

Glühwürmchen leben dort, wo die Natur noch intakt ist

Sven von Loga ist Natur- und Landschaftsführer und bietet Glühwürmchen-Exkursionen an. Er sagt: "Glühwürmchen sind nur da, wo die Welt oder die Natur eigentlich noch ziemlich in Ordnung ist. Wir haben jede Menge Lichtverschmutzung, wir haben jede Menge Umweltverschmutzung und Gebüsche werden gereinigt, weggemacht." Glühwürmchen aber brauchen einen Wald mit viel Totholz, mit Laub auf der Erde und mit Unterholz.

"Gewitter und Regen mögen sie gar nicht. Da fliegen sie auch nicht."
Anne-Katrin Eutin, Deutschlandfunk Nova

Und weil nicht nur Gärten, sondern auch Wälder selten naturbelassen sind, sondern in irgendeiner Form bewirtschaftet werden, findet man dort auch kaum noch Glühwürmchen.

Tipps, wenn wir Glühwürmchen sehen wollen

  • Es muss richtig dunkel sein, sonst sieht man sie nicht richtig.
  • Es muss warm und trocken sein.
  • Am besten geht man in den Wald,
  • aber auch Parks und Wiesen können gute Orte sein, wenn sie naturnah und dunkel sind.

Redaktioneller Hinweis

In unserem Audio wird versehentlich davon gesprochen, dass das Glühwürmchen drei Jahre als "Made" im Unterholz lebt. Richtig ist jedoch, dass es sich um eine Larve handelt.

Shownotes
Glühwürmchen
Warum Leuchtkäfer verschwinden
vom 22. Juni 2026
Moderatoren: 
Sebastian Sonntag und Till Haase
Gesprächspartnerin: 
Anne-Katrin Eutin, Deutschlandfunk Nova