Im Juni 1967 werden die Golanhöhen von israelischen Soldaten während des Sechstagekriegs erobert. Am 14. Dezember 1981 verkündet Israel, Gesetzgebung und staatliche Verwaltung auf das umstrittene Gebiet auszuweiten. Der Weltsicherheitsrat erklärt das drei Tage später für "null und nichtig".

Die Golanhöhen liegen im Grenzgebiet zwischen Israel und Syrien, nur wenige Kilometer vom See Genezareth entfernt. Erstmals werden sie im 12. Jahrhundert vor Christus als jüdisches Siedlungsgebiet erwähnt. Nach der Babylonischen Gefangenschaft 539 v. Chr. werden kleine jüdische Dörfer gegründet, die im Zuge des Siegeszugs von Alexander dem Großen 332 v. Chr. von den Griechen eingenommen werden. 87 v. Chr. werden die Golanhöhen erneut besiedelt, die Stadt Gamla zur Provinzhauptstadt der Golanregion und zum geistlichen Zentrum des orthodoxen Judentums.

Kurz danach erobern die Römer das Gebiet entlang der Levante und gründen römische Provinzen. Mit Beginn der Kaiserzeit 27 v. Chr. wird in den römischen Provinzen der Kaiserkult eingeführt, was die jüdische Bevölkerung aus religiösen Gründen ablehnt. Das ist einer der Gründe, die zu massiven Protesten und Aufständen der Juden gegen die römischen Besatzer führen.

Der letzte Aufstand ist 135 mit einer militärischen Niederlage besiegelt. Kaiser Hadrian spricht anschließend ein Ansiedlungsverbot für Juden aus und läutet damit die Diaspora ein – die Zeit des jüdischen Exils, die erst mit der Staatsgründung 1949 enden sollte.

Militärisch bedeutend

Vom ersten Tag an muss Israel gegen seine arabischen Nachbarn Krieg führen, weil sein Existenzrecht in Frage gestellt wird. Dabei erweisen sich die Golanhöhen aus militärischer Sicht für Israel als besonders bedeutend. Immer wieder greifen syrische Truppen von den Golanhöhen aus Israel an und beschießen israelische Siedlungen weit im Landesinneren. Während des Sechstagekriegs im Juni 1967 erobern israelischen Soldaten diese strategisch bedeutende Grenzregion. Anschließend wird der erste Kibbuz gegründet. Der Weltsicherheitsrat verurteilt das Vorgehen und fordert den Rückzug Israels.

Am 14. Dezember 1981 verkündet die Regierung von Menachem Begin, dass sowohl die israelische Gesetzgebung als auch die staatliche Verwaltung auf die Golanhöhen ausgeweitet werden. Dies wird international als Annexion betrachtet und am 17. Dezember 1981 vom Weltsicherheitsrat als "null und nichtig" erklärt.

Ihr hört außerdem in Eine Stunde History

  • Der Innsbrucker Historiker und Nahostexperte Rolf Steininger erläutert den Sechstagekrieg 1967 und die Bedeutung der Golanhöhen für Israel.
  • Der Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv, Steffen Hagemann, beschreibt die jüdische Siedlungsbewegung auf den Golanhöhen.
  • Die Nahostexpertin von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Muriel Asseburg, sieht einen Wandel im Nahost-Konflikt.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld blickt zurück auf die Zeit, in der erste jüdische Siedlungen auf den Golanhöhen errichtet wurden.
  • Deutschlandfunk Nova-Reporter Benedikt Schulz schildert die Annexion der Golanhöhen durch die Regierung von Menachem Begin im Dezember 1981.