Das Debüt "Playa Holz" ist seit knapp einem Jahr draußen. Zum Abschluss ihrer ersten Deutschlandtour kommen GOLF zum exklusiven Radiokonzert in den Deutschlandfunk-Kammermusiksaal. 

André, Nils, Wolfgang und Jonathan (alias Samba) sind die Lieblinge der Kritiker. So sehr, dass sich manch ein Zuschauer fragt, wo denn die anderen 1000 Leute sind, die doch eigentlich noch zum Konzert kommen müssten - wenn es nach all den Lobeshymnen geht. Aber die vier Wahlkölner müssen sich natürlich auch erst mal einen Namen machen. Herbert Grönemeyer hat sie in seinem Vorprogramm spielen lassen, und mit dem Goethe-Institut haben sie sich eine euphorisierte Fangemeinde erspielt: In Russland, Vietnam und auf den Philippinen. Jetzt also: Köln, Kammermusiksaal.    

Wolfgang über das Konzert im Deutschlandfunk-Kammermusiksaal
"Ich habe gehört, ich spiele auf einem Flügel, auf dem schon mal Chilly Gonzales gespielt hat. Ich werde mir danach nicht mehr die Hände waschen."

"Wollen nichts, und davon viel“

In Essen waren sie als Schülerband namens "Eisbær" gestartet: Mit Indie-Gitarren und blondierten Haaren. Essen, da wo man den Jazz studiert und die Clubs mit Metal-Gitarren und HipHop-Jams abfackelt. Da entstand mit der Zeit der "Dada-Disco-Sound", der die Vier schließlich zu GOLF werden ließ. Juroren von Bandwettbewerben waren ganz beeindruckt, die Fans der konkurrierenden Szene-Bands eher ablehnend. 

Gelockt von Studienplätzen im Fach "Musikwissenschaft" machten sich die Vier auf nach Köln. Einen festen Proberaum haben sie da zwar noch nicht gefunden, aber dafür eine neue Musikszene, die mit Elektropop wesentlich mehr anfangen kann. Hier haben sie an "Playa Holz" gebastelt - dem Debütalbum mit einer Menge künstlerischer, aber wenigen karriereorientierten Ambitionen.   

Live noch besser als auf Platte

Sänger André schreibt die GOLF-Texte im Stil von NDW-Heroen wie Palais Schaumburg. Über die hatte er in der Schule sogar schon Aufsätze geschrieben, und als Belohnung vom Deutschlehrer (Herr Herdemerten) eine Platte geschenkt bekommen: (Ich glaub‘, ich bin ein) "Telephon". Das Konzept des Sängers als Story-Teller ist bei dieser Art zu texten definitiv ausgehebelt. GOLF sieht den Sänger außerdem nicht mehr als typischen Frontmann: Er steht in einer Reihe mit den anderen drei Jungs am Bühnenrand und trägt die gleichen, unscheinbaren Klamotten. Manchmal lässt er sich die Hooklines sogar vom Synthesizer klauen und benutzt seine Stimme nur noch als zusätzliches Soundelement.