Dass der Google-Algorithmus auch anfällig für Fehler ist, musste der Schweizer Ingenieur Hristo Georgiev erleben. In einer Infobox von Google wurde er als Serienmörder aufgeführt.

In unserem Alltag finden wir das meiste, was wir nicht wissen, über googeln heraus. Aber der Suchmaschine passieren auch Fehler. Aktuelles Beispiel: Der Schweizer Ingenieur Hristo Georgiev wurde recht prominent in einem Google-Infokasten mit Foto als Serienmörder und Vergewaltiger ausgewiesen.

Einen Serienmörder namens Hristo Georgiev gab es tatsächlich. Dieser Mann – bekannt als "Der Sadist" – lebte ab 1956 und ermordete zwischen 1974 und 1980 fünf Menschen. In der englischsprachigen Wikipedia gibt es zu ihm einen Artikel. Mit dem Schweizer Ingenieur hat dieser Serienkiller außer dem Namen allerdings nichts gemein, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin Martina Schulte.

"Der Name Hristo Georgiev ist nicht besonders selten. Es gibt hunderte Menschen, die so heißen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Ein Fehler von Google

Offenbar sei Google ein Fehler unterlaufen, erklärt Martina Schulte. Der Artikel aus der englischen Wikipedia über den Serienkiller Hristo Georgiev enthält nämlich kein Foto. Offenbar hat der Google-Knowledge-Graph das Foto des Schweizer Ingenieurs Hristo Georgiev im Netz aufgespürt und mit den Informationen aus dem Wikipedia-Eintrag zu einem Infokasten verwoben.

Der Google-Knowledge-Graph ist die interne Wissensdatenbank des Konzerns. Mit dem gesammelten Informationen werden Infoboxen gefüllt, die recht prominent auf der ersten Seite einer Google-Suche erscheinen.

"Der Google-Knowledge-Graph füttert die Infokästen und den Google-Assistent."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Auf diesen Fehler aufmerksam gemacht wurde der Schweizer Hristo Georgiev aber nicht von Google selbst, sondern von einem Kollegen, der ihm per Mail sinngemäß schrieb: Sag mal weißt du eigentlich, dass wenn man deinen Namen googelt, dein Bild erscheint und daneben steht, du seist ein Serienvergewaltiger und Massenmörder?

Kritik an Google

Wie genau es zu dieser Vermischung von Foto und Wikipediaartikel gekommen ist, lässt sich nicht nachvollziehen. Zwar ist bekannt, dass sich Google die Informationen für die Boxen aus verschiedenen Quelle im Netz zusammensucht, unter anderem bei Wikipedia. Google legt aber nicht genau offen, wie sie die Infos zusammenstellen. Der Konzern wurde schon oft dafür kritisiert, dass die Quellen der internen Wissensdatenbank nicht offen verfügbar sind.

Im Fall von Für Hristo Georgiev ist die Sache geklärt. Über den Blog des Schweizers wurden Medien auf den Fehler aufmerksam und berichteten darüber. Daraufhin hat Google den Fehler relativ schnell korrigiert, sagt Martina Schulte. Dieser Fall zeige aber, dass man den Google-Infokästen nicht blind vertrauen sollte.

"Dieser Fall zeigt, dass man den Wahrheitsgehalt dieser Google-Infokästen immer kritisch hinterfragen sollte. Google weiß eben nicht alles."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin