Wofür braucht man Datenbrillen? Firmen, die Technik für die Polizei entwickeln, haben dazu schon einige Ideen. Und Polizeibehörden scheinen aufgeschlossen zu sein - zumindest in den USA. Dort hat DRadio-Wissen-Autor Thomas Reintjes den ersten Polizisten ans Telefon bekommen, der Google Glass im Einsatz nutzt.

Officer Eric Ferris trägt bereits seine Datenbrille im Dienst. Die Google Glass ist ein Gestell ohne Gläser, aber mit einem Miniaturcomputer. Der rechte Brillenbügel enthält Kopfhörer und Akku sowie eine berührungsempfindliche Steuerungsfläche. Vor dem Auge sitzt oben rechts ein kleines, halbdurchsichtiges Display, auf dem Informationen eingeblendet und Situationen gefilmt werden. Dieses "Head-up-Display" wandert mit den eigenen Kopfbewegungen mit - zeichnet also auf, was der Brillenträger sieht.

In den USA wird die Google Glass von der Polizei bereits benutzt

Officer Ferris arbeitet bei der Polizeidienststelle in Byron im US-Bundesstaat Georgia. Diese probiert aus, was mit der Google Glass möglich ist. Ferris nutzt vor allem die Videokamera, mit der er permanent filmt, was er sieht und vor allem, wie er arbeitet. Die Dokumentation ist wichtig, falls es später Beschwerden gibt, er habe sich nicht korrekt verhalten.

Die Polizei überwacht sich selbst

Die Datenbrillen der Officers sind an ein Smartphone gekoppelt, das permanent ihre GPS-Koordinaten an eine Software übermittelt. So können Leitstelle und Vorgesetzte sehen, wo die Einsatzkräfte gerade sind und was diese sehen. Und natürlich können die Chefs auch sehen, ob ihre Mitarbeiter gerade zu lange Pause am Drive-in machen.

Die Überwachung am Arbeitsplatz nehmen die Polizisten anscheinend gerne in Kauf, wenn sie dafür mehr Rechtssicherheit bekommen. Ohnehin sind in manchen Bundesstaaten längst alle Polizeiautos mit Videokameras ausgestattet. Auch tragen manche Polizisten Videokameras an ihren Sonnenbrillen.