1973 ist das Jahr des Putsches in Afghanistan: Während der Schah in Italien weilt, ruft sein Cousin die Republik aus. Es folgen eine Machtübernahme der kommunistischen Partei Afghanistans und der Einzug der Roten Armee – Ereignisse, die bis heute Auswirkungen auf das Land haben. 

Der afghanische Schah Mohammed Zahir befindet sich im Sommer 1973 auf einer Reise in Italien, als in Kabul sein Cousin Mohammad Daoud Khan die Gunst der Stunde ergreift und am 17. Juli 1973 gegen ihn putscht. Die vom Schah eingeleiteten Reformen gehen ihm nicht weit genug. Mithilfe der DVPA, der kommunistischen Partei Afghanistans, will er das Land komplett umgestalten. Fortan soll eine feste Demokratie der Mehrheit des Volkes dienen, verkündet der neue starke Mann.

Drei Männer mit Sonnenbrillen.
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Das Foto wurde am 17. Juli 1973 in Neapel aufgenommen: Es zeigt Schah Mohammed Zahir von Afghanistan (rechts) nach seinem Sturz.

Zu spüren ist in den kommenden Jahren davon allerdings wenig. Daoud Khan ist zwar nicht König, benimmt sich aber so. In der Manier eines absolutistischen Herrschers des 18. Jahrhunderts vereinigt er die Macht im Staat auf sich: In Personalunion ist er Premierminister, Außenminister und Verteidigungsminister.

Konfrontation der Rebellen mit UdSSR wird zum Stellvertreterkrieg

Fünf Jahre später übernimmt die kommunistische Demokratische Volkspartei Afghanistans die Macht und beginnt die gesellschaftliche Umgestaltung mit Unterstützung der Sowjetunion. Das Chaos beginnt, als sie dabei auf regionalen bewaffneten Widerstand stoßen, der den Einmarsch der Roten Armee im Dezember 1979 nach sich zieht. Die aufständischen Mudschaheddin bekommen Waffenhilfe aus Saudi-Arabien, Pakistan und den USA, sodass die Konfrontation mit der UdSSR in Afghanistan ein regelrechter Stellvertreterkrieg wird. 

Russischer Soldat mit roter Nelke.
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Am 05. Feburar 1989 überqueren die letzten Sowjetischen Soldaten den Grenzfluß Amu Darya - dieser liegt zwischen Afghanistan und der UdSSR.

Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1989 wird das Land zu einem Tummelplatz von Warlords und Drogenbaronen, die mehr und mehr die Macht im Land übernehmen. Seitdem kommt Afghanistan nicht zur Ruhe und wird sowohl vom Islamischen Staat (IS) als auch den Taliban bedroht. 

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Almut Wieland-Karimi hat lange Zeit in Kabul gearbeitet und kennt sowohl die afghanische Mentalität als auch die Schwierigkeiten, die westeuropäische Hilfsmissionen beim Aufbau einer Zivilgesellschaft haben und hatten.
  • Historiker und Politologe Bernhard Chiari ist und war an diversen Bundeswehr-Einsätzen in Afghanistan beteiligt.
  • Silke Diettrich ist ARD-Korrespondent in dieser Region der Welt und schildert, wie sich die Lage in Afghanistan in den vergangenen Jahren verändert hat.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld beschreibt die Geschichte Afghanistans vor der Zeit, als Mohammed Daoud Khan gegen Schah Mohammed Zahir 1973 putschte.

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