Auf einer Konferenz in Usbekistan sprechen die Teilnehmer über Afghanistan. Das Problem: Die Ausgangslage ist schwierig, und die Teilnehmer sind teilweise auch noch untereinander verfeindet.

Seit Jahren wird in Afghanistan gekämpft, und es ist immer noch kein Ende in Sicht. Ein neuer Versuch der Annäherung wird auf der Afghanistan-Konferenz in der usbekischen Hauptstadt Taschkent unternommen (26./27.03.). Doch die Situation ist so komplex, dass voraussichtlich auch auf dieser Konferenz keine großen Fortschritte erzielt werden.

Die Ausgangssituation in Afghanistan:

  • In den vergangenen zwei Jahren waren eher die Taliban im Aufwind, haben Distrikte für sich gewonnen.
  • Die Hälfte Afghanistans ist entweder Kampfzone oder in der Hand der Taliban, die dort eigene Verwaltungsstrukturen etabliert haben.
  • Nach Schätzungen haben die Taliban bis zu 60.000 Kämpfer im Einsatz.
  • Die USA bomben zurzeit so viel wie seit 2011 nicht mehr.
  • Nur zwei Provinzen gelten derzeit als halbwegs stabil.

Auf der Afghanistan-Konferenz in Usbekistan wollen die Beteiligten offiziell Lösungsansätze für die Konflikte in Afghanistan finden. Sehr wahrscheinlich sind Fortschritte nicht. Denn nicht nur die Ausgangslage ist schwierig - unter den Teilnehmern sind Länder, die als Erzfeinde gelten und kaum an konstruktiven Ideen interessiert sind, die womöglich eigene Nachteile für sie bedeuten.

"Das ist eine extrem schwierige Ausgangslage. Frieden ist da noch nicht in Sicht."
Jürgen Webermann, Deutschlandfunk Nova

Zu den Teilnehmern gehören zum Beispiel Pakistan und Indien. Pakistan unterstützt eher die Taliban, Indien die afghanische Regierung. Iran steht ebenfalls auf der Seite der Taliban. Auch die Schwergewichte Russland und China verfolgen eigene Interessen.

Und dann gibt es da noch die Taliban selbst, sowie der Islamische Staat, der Einfluss auf Afghanistan hat. Beide Gruppierungen nehmen an der Konferenz nicht teil.

Friedensangebot: Taliban reden nicht mit Präsident Aschraf Ghani

Politiker wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen setzen Hoffnungen auf das Friedensangebot, das der afghanische Präsident Aschraf Ghani den Taliban unterbreitet hat - wohl auch auf internationalen Druck hin. Die Taliban würden sogar als politische Partei anerkannt. Diese wiederum scheinen allerdings kein sonderlich großes Interesse an dem Angebot zu haben: Mit dem afghanischen Präsidenten wollen sie gar nicht sprechen.