Apple hat in seiner Karten-App für ganz Deutschland eine Umsehen-Funktion ähnlich der von Google-Streetview eingeführt. Allerdings ist dort kaum eine Hausfassade verpixelt. Das lässt sich aber beantragen.

Apple hat nun seinen "Umsehen"-Dienst für ganz Deutschland freigeschaltet. Ähnlich, wie wir es von Google-Streetview kennen, sind dort 360-Grad-Bilder beinahe aller Straßen des Landes zu sehen. Apple-Nutzer*innen können sich jetzt also in der Karten-App virtuell durch die Umgebung bewegen und dabei Straßen, Häuserfassaden und Gebäude in Rundum-Ansicht anschauen.

Anders als bei Google Streetview allerdings sind bei Apple Look Around Gebäude nicht verpixelt. Zum Start der Google-Funktion 2010 hatte es so viel Kritik von Daten- und Verbraucherschützer*innen gegeben, dass der Dienst seitdem nicht mehr weiterentwickelt wurde. In vielen Regionen gibt es deshalb keine Aufnahmen, in Städten sind sie meist verpixelt und zudem veraltet, weil sie vor über zehn Jahren gemacht wurden.

Apple Look Around: Kaum Gegenwehr wegen schleichender Einführung

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat schätzt, dass es weniger Diskussionen um den Apple-Dienst gibt, weil weniger Menschen davon wissen. "Der Dienst war zunächst nur in München freigeschaltet, dann kamen ein paar weitere Großstädte dazu – und nun sind die Aufnahmen aus dem ganzen Land online, inklusive auch kleinerer Dörfer", sagt er.

"Apple hat das bei uns in Deutschland genauso wie in anderen Ländern schleichend eingeführt."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat

Hinzu komme, dass die Nutzung nicht ganz einfach sei. "Ich habe erst beim zweiten Hingucken gerafft, wie man 'Look Around' überhaupt aufruft und nutzt", sagt Michael Gessat. Dazu muss man die Karten-App auf dem Iphone, Ipad oder Mac aufrufen und auf das Fernglas-Symbol unten rechts tippen. Erst dann erscheint das Streetview-Pendant, das sich mit einem Klick auch auf Vollbild aufziehen lässt.

So kann die Verpixelung beantragt werden

Die Apple-Aufnahmen stammen offenbar größtenteils aus dem Jahr 2020, sind also verhältnismäßig frisch. Doch auf ihnen sind, im Vergleich zu Google Maps, eben kaum verpixelte Häuserfassaden zu sehen. Immerhin: "Auch hier beim Apple-Dienst werden Nummernschilder verpixelt, interessanterweise sogar bei meinem Auto auch der Blick auf das Lenkrad mit dem Kilometerstand", berichtet der Deutschlandfunk-Nova-Reporter. Und auch Passanten sind unkenntlich gemacht.

Wer seine Fassade gerne verpixelt gemacht haben möchte, kann sich dafür an Apple wenden. Auf der Website gibt es einen Link, unter dem man sdas beantragen kann. Es gibt auch die Möglichkeit, ganz oldschool einen Brief zu schicken – allerdings an eine Adresse in Irland.