Er gilt als der letzte Universalgelehrte der Geschichte. Der Philosoph, Mathematiker, Astronom, Diplomat, Historiker und politische Berater Gottfried Wilhelm Leibniz schaute vor 300 Jahren mit einem visionären Geist auf die Welt, der heute in weiten Teilen erstaunlich real geworden ist.

Leibniz hat vor mehr als 300 Jahren das Binärsystem entwickelt und ausführlich beschrieben. Er konnte alle Zahlen mit nur zwei Ziffern - Null und Eins - darstellen, die 1941 zur "Ursprache" des Computers wurden.

Zwar hatte er schon im 17. Jahrhundert eine "Rechenmaschine" erfunden, doch taugte sie auf Grund der damals eingeschränkten technischen Möglichkeiten nicht, nennenswerte Datenmengen zu verarbeiten.

"Es ist unwürdig, die Zeit von hervorragenden Leuten mit knechtischen Rechenmaschinen zu verschwenden, weil bei Einsatz einer Maschine auch der Einfältigste die Ergebnisse sicher hinschreiben kann."
Gottfried Wilhelm Leibniz

Mit dem Einzug der Personal Computer und des Internets in die Privathaushalte und Unternehmen in den 1990er Jahren hat sich das schlagartig geändert.

Der Historiker Valentin Groebner sprach auf einem Leibniz-Symposium der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften über die neuen technischen Mechanismen, die selbst Leibniz nicht erahnen konnte:

"Technische Mechanismen, die auf ganz wunderbare Weise Identität und individuelle Kreativität mit der Gemeinschaft verschmelzen sollen oder wollen."
Valentin Groebner, Universität Luzern

Im modernen Wissenschaftsbetrieb, so Groebner, hätten die sich jedoch nicht nur als vorteilhaft herausgestellt.

Der Philosoph Michael-Thomas Liske von der Uni Passau erklärt außerdem den Unterschied zwischen analogem und digitalem Denken.

Mehr aus der Reihe "Leibniz: Vision als Aufgabe" auch im Hörsaal "Vom Spinnennetz zum Internet(z)".