Donald Trump macht ernst: die Mauer nach Mexiko soll kommen. Worum gehts bei den Grenzmauern und was bringen sie überhaupt?

Schon jetzt gibt es Grenzzäune zwischen Mexiko und den USA - in Kalifornien und Arizona. Nach Trumps Beschluss soll daraus eine Mauer werden, die sich zukünftig über die Gesamtlänge der Grenze von 3200 Kilometern erstreckt. Die USA sind jedoch längst nicht das einzige Land, das durch bauliche Grenzen versucht, illegale Einwander aufzuhalten.

Laut der Wissenschaftlerin Elisabeth Vallet von der Universität Quebec gab es im Jahr 2015 weltweit 65 Grenzmauern oder Zäune - dazu gehören die schon gebauten, aber auch die, die noch in Planung sind. Auch das Magazin The Economist hat auf einer Karte zusammengetragen, welche Länder seit 1989 Zäune errichtet haben, zumeist um illegale Einwanderung zu verhindern, aber auch zum Schutz vor benachbarten Konfliktgebieten. Es listet 40 Länder auf, die sich zum Teil gleich von mehren Ländern abgrenzen wollen.

Weltweit betrachtet gibt es besonders viele Zäune im Nahen und im Mittleren Osten. Nahezu komplett abgeriegelt ist Saudi-Arabien. In Israel sind beispielsweise die Grenzen zum Gazastreifen oder dem Westjordanland besonders gesichtert. Im Zuge der Flüchtlingskrise der vergangenen Jahre hat aber auch Europa seine Grenzen verstärkt. Griechenland, Slowenien, Mazedonien haben Zäune gebaut, um sich abzuschotten, Ungarn hat ebenfalls 175 km Stacheldraht allein an der Grenze zu Serbien hochziehen lassen.

Und auch abseits der Balkanroute existieren Trennmauern in Europa. In Belfast wurden während des Nordirlandkonflikts Mauern errichtet, um die katholische und die protestantische Bevölkerung voneinander zu trennen. Auch 20 Jahre nach Ende des Nordirlandkonflikts durchschneiden die sogenannten "Peacewalls" ganze Stadtteile.

Gefährliche Grenzen

Die wohl am stärksten bewachte Grenze ist die zwischen Nord- und Südkorea: 248 Kilometer langer Zaun, mit Stacheldraht, Wachtürmen gesichert, Schützengräben, Scheinwerfer und voller Minen. Alles eingebettet in eine jeweils zwei Kilometer lange demilitarisierte Zone. Berüchtigt sind auch die umzäunten europäischen Enklaven Ceuta und Melilla in Marokko. Jedes Jahr versuchen etwa 20.000 Menschen die Anlagen, die aus drei streng bewachten Zäunen bestehen, zu überwinden. Viele verletzen sich bei dem Versuch, nur ein kleiner Prozentsatz schafft es.

Gleich wie hoch und wie sicher: komplett verhindern lässt es sich nicht, dass Menschen diese Grenzen überwinden. Das sagt auch Sabine Schneider von der Internationalen Organisation für Migration:

"Solange die Gründe bestehen, aus denen die Menschen sich auf die Flucht begeben, werden sie auch Wege finden. Grenzzäune, Mauern, andere Hindernisse werden sie nicht davon abhalten, es zu versuchen. Auch wenn sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzen müssen."
Sabine Schneider, Internationale Organisation für Migration

Das heißt die Mauer oder der Zaun wird kaum jemanden daran hindern, zu fliehen. Nur der Weg und auch die Gefahren und Kosten, die in Kauf genommen werden, vergrößern sich. Sabine Schneider sagt, indirekt profitierten am Ende vor allem die Schmuggler. "Je schwieriger die Route, desto mehr sind die Menschen auf die Dienste von Schmugglern oder Menschenhändlern angewiesen und desto teurer wird es auch für sie."