Jedes Jahr muss neu entschieden werden, gegen welchen Grippestamm geimpft wird. In der Dreifachimpfung für 2018 fehlt vermutlich allerdings der richtige.

Die Grippewelle 2018 nimmt gerade Fahrt auf. Jetzt stellt sich heraus: In der Dreifach-Impfung könnte der auslösende Erreger der Grippewelle 2018 fehlen.

Es gibt verschiedene Grippe-Stämme:

  • Zwei A-Stämme, unter den auch der H1N1-Erreger fällt (auch bekannt als "Schweinegrippe")
  • Zwei B-Stämme

Das Problem:

Die günstigere Dreifach-Impfung, die von den meisten Krankenkassen bezahlt wird, deckt die beiden A-Stämme, aber nur einen B-Stamm ab. Die Krankenkassen müssen also im Vorfeld spekulieren, welcher B-Stamm es in der kommenden Grippe-Saison wird. Und die ersten Prognosen sind: Diesmal haben sie auf den falschen B-Stamm gesetzt.

"Die Influenza B ändert sich sehr viel langsamer als die A, aber auch da haben sich zwei unterschiedliche Stämme herausgebildet."
Professor Bernd Salzberger, Unklinikum Regensburg

Aber nicht alle Grippeimpfungen sind nutzlos. Wer von seiner Krankenkasse die Vierfach-Impfung spendiert bekommen hat - oder selbst gezahlt hat -, ist ziemlich sicher geschützt. In der sind nämlich beide B-Stämme enthalten.

Wer nur eine Dreifach-Impfung erhalten hat, kann sich nachimpfen lassen, sagt Professor Bernd Salzberger vom Uniklinikum Regensburg. Bis sich der Impfschutz aufgebaut hat, kann es allerdings bis zu zwei Wochen dauern.

"Es gibt keine erhöhten Nebenwirkungen durch eine doppelte Impfung."
Professor Bernd Salzberger, Unklinikum Regensburg

Für den nächsten Winter gibt es aber Hoffnung. Die ständige Impfkommission hat jetzt zum ersten Mal empfohlen, die Vierfach-Impfung standardmäßig einzusetzen. Die Kassen folgen in der Regel diesen Empfehlungen, so dass die Kosten im nächsten Jahr auch für die Vierfach-Impfung übernommen werden.

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