Tokio, Toulouse, Amsterdam und Berlin haben eine Sache gemeinsam: Hier gibt es Menschen, die wollen feiern. Und es gibt Menschen, die wollen schlafen. Nachtbürgermeister wie Mirik Malin vermitteln zwischen den unterschiedlichen Interessen. In Amsterdam hat gerade die erste Konferenz der Nachtbürgermeister stattgefunden.

Gastgeber war Mirik Milan, 35, seit 2012 Nachtbürgermeister von Amsterdam. Mirik Malin hat hauptberuflich eine Eventagentur, seinen Job als Nachtbürgermeister macht er ehrenamtlich. Für ihn drückt sich im Nachtleben die Kreativität einer Stadt aus. Darum möchte er auch nicht, dass sinnlose Regeln Menschen am Feiern hindern.

"Dem Nachtleben in Amsterdam, in Berlin und in vielen anderen Städten, entspringen viele Talente, die später in der Kreativindustrie landen."
Nachtbürgermeister Mirik Milan

Partys, Konzerte und Kneipen haben aber auch Nachteile für die Städte. Das weiß auch Mirik Malin. Lärm, Gewalt, Betrunkene, Müll und Urin in Hauseingängen sind die Schattenseiten der Partyszene. Da gilt es immer wieder abzuwägen, mit dem was die Partyszene an Gutem in die Städte bringt: Geld. Für Touristen ist ein cooles Nachtleben oft ein Grund, ein Wochenende in Zürich, Berlin oder London zu verbringen.

Schnittstelle zwischen Politik und Clubs

Nachtbürgermeister Mirik Milan ist die Schnittstelle zwischen Politik, kleinen Clubs und Menschen, die einfach nur feiern wollen. Ihm geht es darum, Regeln für das Nachtleben in Amsterdam zu finden. Dazu will er eben auch die Leute miteinbeziehen, die nachts feiern. Und nicht nur die, die nachts eher schlafen - nämlich Politiker und Verwaltungsmitarbeiter.

Amsterdam: Bürgermeister vertraut dem Nachtbürgermeister

Politiker wiederum beziehen ihn in ihre Entscheidungen mit ein: Wenn sie überlegen, einen neuen Wohnblock zu bauen, prüfen sie gemeinsam mit Mirik Milan, ob nicht vielleicht direkt daneben ein Ausgehviertel liegt. Gemeinsam mit Nachtbürgermeister Mirik Malin hat die Stadt Amsterdam zuletzt 24-Stunden-Lizenzen für bestimmte Bars und Clubs verteilt. Die dürfen jetzt öffnen und schließen, wann sie wollen. Der Kompromiss: Diese Bars und Clubs liegen außerhalb des Amsterdamer Zentrums.