Im Salat, im Gin Tonic oder in der Anti-Kater-Maske. Die Gurke ist fast überall dabei. Dass sie so einiges kann, wusste man schon in der Antike.

Die Gurke hat einen Lauf. Die Erntezeit für die legendären Spreewaldgurken startet gerade, und endlich hat es das schlanke Gemüse auch in die Riege der Emojis geschafft. Ihre Bestandteile lesen sich wie ein ordentliches Best-of guter Ernährung: viel Wasser, Salze, Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Phosphat, allerhand Vitamine von C bis E. "Man kann auch wunderbar damit abnehmen", sagt der Medizinhistoriker Wolfgang Eckart. Besonders hilfreich sind ihre Eiweißspalter, diese können im Darm Bakterien töten.

Trinkpäckchen und Fiebersenker

Dass die Gurke was kann, wussten schon unsere Ahnen. Besonders wegen ihres hohen Wasseranteils von bis zu 97 Prozent war das Gemüse für Kreuzfahrer unersetzlich. Schon vor mehr als 1000 Jahren in Byzanz oder Mesopotamien wurde die Gurke als Wasserersatz gegessen. Außerdem liegt die Gurke nicht schwer im Magen. "Sie ist relativ leicht verdaulich", sagt Wolfgang Eckart.

"Das Wasser ist das Beste an der Gurke. Deshalb wird sie seit der Antike so gelobt."
Wolfgang Eckart, Medizinhistoriker

In der frühen Medizin hat die Gurke ebenfalls ihren Platz - zum Beispiel als einfaches Fiebermittel. Kalt und nass wie sie ist, sollte sie das Fieber senken oder auch bei Lungenbeschwerden helfen. Ganz ohne schlechte Eigenschaften kommen aber auch Gurken nicht aus. Essen wir zu viel von ihnen, stellt sich Aufstoßen und ein aufgeblähtes Gefühl ein. Daher gab es schon früher den Tipp: Mittags essen und nicht abends. Und nicht so viel dazu trinken.

Sexuelle Konnotationen bleiben bei der Gurke nicht aus - ihre Form legt das allzu nahe. "Man empfahl, dass Gurken besonders von Männern gegessen werden", erzählt Wolfgang Eckart. Natürlich damit das beste Stück umso imposanter würde. Rund um die Gurke gab es zudem noch mehr absurde Tipps: Bäuerinnen sollten nicht während der Periode Gurken aussäen, besonders wollüstige Frauen sie nicht essen. Das würde ihre Libido nur verstärken.

Eines ist übrigens kein Mythos: Salat- oder Gewürzgürkchen bei Kater essen. Sie helfen ziemlich rasch den Wasserverlust wieder auszugleichen. Ob man das mag, ist dann eine andere Frage.