Gwen und Patrick kommen aus Freiburg. Als sie sich kennenlernten, warnte sie ihn: 'Ich bin bald weg.' Er sagte: 'Macht nichts, ich komme mit.' So beginnt ihre gemeinsame Weltreise.

Patrick ist Kameramann, Gwen Schülerin. Ihr Plan: Wenn sie die Schule beendet hat, möchte sie 2013 auf eine Reise um die Welt aufbrechen. Alleine. Als die beiden sich kennenlernen, erzählt Gwen Patrick von ihrem Plan. 

Er findet den Plan gut und möchte mit ihr um die Welt reisen. Sie ist sich erst nicht sicher. Aber nach einer Weile merkt sie, dass sie auf beides nicht verzichten möchte: Nicht auf die Weltreise und auch nicht auf Patrick.

"Das Schöne am Überlandreisen ist, dass man die Übergänge so gut beobachten kann: wie Gesichter sich langsam verändern, wie sich Essen langsam verändert, wie sich das Klima langsam verändert.

Zwei Regeln erlegen die beiden sich für ihre Weltreise auf: Sie wollen nicht fliegen und sie wollen pro Kopf nicht mehr als fünf Euro am Tag ausgeben. Das reicht für das Wichtigste. Sie leben unter einfachen Bedingungen. 

Zu den Dingen, die sie unterwegs vermissen, gehören zum Beispiel Milchprodukte und deutsches Brot. Dafür sehnen sie sich nach ihrer Rückkehr unter anderem nach Avocados oder Mangos. Das kleine Budget reicht nicht nur für ihren minimalistischen Lebensstandard, sondern auch für Geschenke, die sie den Leuten überreichen, bei denen sie für ein paar Tage unterkommen. 

"Wenn die Sachen sich langsam verändern, hat man zum Beispiel keinen Kulturschock - der Körper kommt immer mit. Wir wurden relativ selten krank auf der Reise - das liegt glaub ich auch daran, dass wir nicht "gesprungen" sind."
Patrick Allgaier, Weit um die Welt

Langsam zu reisen und nicht mit dem Flugzeug von Land zu Land und Zeitzone zu Zeitzone "zu springen" war Gwen und Patrick wichtig. Es gab ihnen die Muße, Land und Leute kennenzulernen und ihrem Körper die Möglichkeit, sich langsam an die neue Umgebung, das Klima und das Essen zu gewöhnen. 

Zwischendurch schließen sie sich auch verschiedenen Projekten an, und arbeiten dort für Kost und Logis. Als sie gerade in Sibirien unterwegs sind, stellen sie fest, dass Gwen schwanger ist. 

Die Reise abzubrechen, steht nicht zur Diskussion. Das Reisen ist zu ihrem Alltag geworden, zu ihrer Normalität. Trotzdem ändert sich die Reise von da an: Die Beiden kaufen sich einen VW-Bus und reisen von da ab viel langsamer und haben auch nicht mehr ganz so viel Kontakt zu den Menschen, die sie unterwegs treffen. 

Rückkehr nach dreieinhalb Jahren

Auf ihrer Reise hatten Patrick und Gwen eine Kamera dabei. Sie filmen viele Portraits von Menschen, die sie unterwegs treffen, halten ihre Eindrücke von der langen Reise fest. Der Plan: Erinnerungen festhalten und einen Film für Freunde und Familie produzieren, wenn sie zurück sind. 

Und wenn es besonders gut läuft, können sie sich auch vorstellen, einen Kinofilm daraus zu machen. Als sie nach dreieinhalb Jahren nach Freiburg zurückkehren, starten sie eine Crowdfunding-Kampagne. Inzwischen ist der Film fertig und die beide touren mit einem geliehenen Campingwagen zu den Premieren durch die Kinos in ganz Deutschland.