Haare sind so etwas wie der menschliche Baumring. Sie wachsen und verraten alles über den Menschen, zu dem sie gehören: wie er isst und welche Substanzen er konsumiert.

Alkohol, Fisch, der mit Schwermetall belastet ist, Kokain, THC - all diese Dinge lassen sich im Haar nachweisen, wenn wir sie regelmäßig konsumieren. Um das herauszufinden, muss das Haar im Labor analysiert werden.

"THC wächst schlechter ein. Da findet man nach nur einem Joint wahrscheinlich nichts. Kokain wächst so gut ein, da weiß man noch gar nicht, warum man Spuren findet, die weit über den Wachstumszeitraum zurückliegen."
Lars Kröner, Chemiker, über Haaranalysen

Hier ist wohl nicht mehr so viel mit Haaranalyse: Diese Frau hat Bauschaum mit Haarschaum verwechselt.

Für eine ordentlich Haaranalyse brauchen Mediziner ein Bündel Haare, das so dick ist wie ein Bleistift und ungefähr die Menge, die ihr oben auf dem Bild seht. DRadio-Wissen-Reporter Stephan Beuting hat seine Haare im Labor analysieren lassen.

Für die Haaranalyse schneidet Chemiker Lars Kröner Stephan etwa einen Zentimeter Haare ab. Jeden Monat wächst das Haar durchschnittlich einen Zentimeter - im Jahr also zwölf Zentimeter. Das Wachstum betrifft aber nicht alle Haare: Manche Haare stellen ihr Wachstum ein, oder wachsen langsamer. Die geben dann Auskunft über Dinge, die viel weiter zurückliegen.

Grundsätzlich gilt:

  • Je länger die Haare, desto länger der Analysezeitraum
  • je dunkler die Haare, umso mehr Dinge aus dem Stoffwechsel lagern sie ein

Wie die Haare getestet werden:

Die Haarprobe wird in Wasser getränkt und dann fünf Minuten in einem Ultraschallbad behandelt. So können sich alle Substanzen von der Haaroberfläche ablösen. Dafür werden die Haare drei Mal gereinigt: mit Wasser, mit Aceton und mit Dichlormethan. Nach der Reinigung gibt dann eine Tabelle Aufschluss über Ernährungsweise, Konsumverhalten etc..