Der mutmaßliche Schütze von Hanau soll ein 24-seitiges Schreiben hinterlassen haben. Wie ausführlich sollten Medien berichten? Die Gefahr: Es kann andere Täter motivieren.

Nach dem Anschlag im hessischen Hanau mit mehreren Toten, hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Es gibt Hinweise, dass die Tat rassistisch motiviert gewesen sein könnte. Der mutmaßliche Schütze soll ein 24-seitiges Schreiben hinterlassen haben, in dem er krude Verschwörungstheorien verbreitet.

Wie detailliert sollen Medien berichten?

Für Medien stellt sich die Herausforderung, wie detailliert sie aus solchen Schriften zitieren oder Ausschnitte aus Täter-Videos zeigen sollten. Die Medienjournalistin Samira El Ouassil warnt: "Die Akquise neuer Täter erfolgt durch diese mediale Sichtbarkeit."

"Unwillentliche Glorifizierung und Adelung durch Bilder und Übernahme wie Verbreitung der Täter-Perspektive verbietet sich."

Welche Grenzen gibt es für eine Berichterstattung nach Taten wie in Hanau? Das ist Thema in dieser Ausgabe unseres Medienmagazins.

KEF: Rundfunkbeitrag soll auf 18,36 Euro steigen

Außerdem sprechen wir über die Finanzkommission KEF. Die hat ihren Bericht über die Finanzsituation bei ARD, ZDF und Deutschlandradio an die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Malu Dreyer, übergeben. Die Empfehlung: Der Rundfunkbeitrag soll auf 18,36 Euro steigen. Der Medienjournalist Daniel Bouhs war dabei und erklärt, was das bedeutet.

Annette Dittert ist in dieser Woche als Politik-Journalistin des Jahres ausgezeichnet worden. Die London-Korrespondentin für die ARD hat in ihrer Dankesrede ein düsteres Bild von der Entwicklung Großbritanniens nach dem Brexit gezeichnet. Sorgen macht ihr auch der wachsende Druck auf die BBC. Sie sagt: Um die Medien steht es sehr schlecht in Großbritannien.

Die Evangelische Journalistenschule steht vor dem Aus. Die Kirche möchte das Geld streichen. 500 Journalisten, Publizisten und Kirchenvertreter haben mit einem offenen Brief den Erhalt der Evangelischen Journalistenschule (EJS) gefordert. Wir sprechen mit Natascha Gillenberg, Sprecherin der Initiative.

Eine Stunde Was mit Medien im Netz

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