Die USA und China: Sie streiten sich. Beide Wirtschaftsnationen möchten bessere Handelskonditionen für ihre jeweiligen Länder. Deshalb herrscht zwischen ihnen seit Mai schon Funkstille. Zumindest vorerst soll die jetzt aber beendet werden, denn der US-Finanzminister und seine Handelsbeauftragten treffen sich heute (30. Juli 2019) und morgen mit dem chinesischen Vizeministerpräsidenten und seiner chinesischen Delegation in Schanghai – um zu reden.

Die Fronten sind verhärtet: China und die USA sind beleidigt und werfen sich gegenseitig Regelverstöße hinsichtlich ihres Verhaltens im Welthandel vor. Obwohl es sich um ein Treffen auf hoher Ebene handelt, wird nicht viel von diesem Treffen erwartet, sagt Dlf-Korrespondent Benjamin Eyssel. Es gehe in erster Linie darum, beide Seiten wieder an einen Tisch zu bringen und überhaupt wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

Erwartungen an das Treffen gibt es nicht, es geht um ein gemeinsames Gespräch

US-Präsident Donald Trump stellte im Vorfeld schon die Vermutung auf, China würde einfach abwarten, wie die US-Wahl im kommenden Jahr ausgeht und so auf eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten warten, die oder der mehr mit der Volksrepublik kooperiert.

Zusätzlich zur kühlen Ausgangssituation, übt Donald Trump weiteren Druck aus. Denn: Trump fordert die Welthandelsorganisation (WTO) auf, China nicht weiter als Schwellenland einzustufen. Würde die WTO China diesen Status aberkennen, hätte das viele negative Konsequenzen für das Land, meint Benjamin Eyssel. In diesem Fall, könnte China zum Beispiel nationale Unternehmen nicht mehr subventionieren. Zudem wäre die Volksrepublik unter Druck bestimmte Vorgaben, beispielsweise von der WTO, schneller umzusetzen.

"Die WTO ist ein zahnloser Tiger und vielleicht auch nicht der Ort, um den Streit zwischen den beiden Ländern zu lösen."
Benjamin Eyssel, Dlf-Korrespondet in Peking

Aber: Der US-Präsident steht mit seinem Vorstoß nicht alleine. Die Diskussion um den Schwellenland-Status Chinas unterstützen auch viele europäische Länder, sagt Benjamin Eyssel. Es sei nicht mehr zeitgemäß, China als Schwellenland zu behandeln, weil es nicht nur ein modernes und hochtechnologisches Land ist, sondern auch die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt.

Die Rolle der WTO

Eine zentrale Figur für China und die USA scheint die WTO zu sein. Bei ihr beschweren sich die beiden Wirtschaftsnationen regelmäßig über Verstöße des jeweils anderen Landes. Laut Benjamin Eyssel stellt die WTO zwar auch die Regeln für den Welthandel auf, kann tatsächlich aber kaum Sanktionen erlassen. Daher würde sie oft als "zahnloser Tiger" bezeichnet.