Als eine der ersten Großstädte stellt Hannover das warme Wasser in den Duschen der städtischen Frei- und Hallenbäder ab – um Energie zu sparen und weniger abhängig von russischem Gas zu sein. Die Maßnahmen kommen nicht überall gut an.

Außerdem sollen Gebäude wie das Rathaus nachts nicht mehr angestrahlt werden und einige Räumlichkeiten der Stadtverwaltung nicht mehr maximal beheizt werden. Mit diesen Maßnahmen will die niedersächsische Hauptstadt nach eigenen Angaben mindestens 15 Prozent Energie einsparen, um einem möglichen Kollaps zu entgehen – falls Russland kein Gas mehr nach Deutschland liefern sollte.

"Ich habe noch keine wütenden Anrufe, Mails oder sonstige Kontaktaufnahmen wegen kaltem Wasser der Schwimmbadduschen erhalten."
Axel von der Ohe, SPD-Politiker, Erster Stadtrat in Hannover und Teil des Krisenstabs in Sachen Energieverbrauch

Auch wenn er persönlich noch keine wütenden Reaktionen auf die Maßnahmen erhalten habe, wisse er, dass es Kritik an den Maßnahmen gebe, sagt der Politiker Axel von der Ohe. Er ist Erster Stadtrat in Hannover und Teil des Krisenstabs in Sachen Energieverbrauch.

Dennoch sei der Schritt notwendig. Wo möglich, müsse man sich vorbereiten und Reserven für Herbst und Winter schaffen. Sein Eindruck ist, dass die meisten Menschen Verständnis für die Maßnahmen haben, "weil die Situation ernst ist, und deshalb sind sie solidarisch und machen mit."

Wie Hannover Energie sparen will

Auch wenn die Maßnahmen für die Bürger*innen Komforteinschränkungen bedeuten, halte Axel von der Ohe sie für vertretbar. "Die Maßnahmen halten die Balance", sagt er.

In Krisensituationen lerne man Dinge, die man gegebenenfalls in der Zeit nach der Krise beibehalten kann. So würden Menschen für das Thema sensibilisiert werden. Diese Energiesparmaßnahmen Maßnahmen will man in Hannover ergreifen.

  • In Verwaltungsgebäuden wird es kein Warmwasser zum Händewaschen geben.
  • Verwaltungsgebäude werden nur noch auf das arbeitsstättenrechtlich nötige Minimum aufgeheizt.
  • Einige Verwaltungsgebäude werden nicht mehr klimatisiert.
  • Verkehrsbeleuchtung wird nur noch dort eingesetzt, wo es für die Sicherheit notwendig ist.
  • Das Rathaus, Sehenswürdigkeiten und Museen werden nachts nicht mehr angeleuchtet
  • Öffentliche Brunnen werden abgeschaltet.