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Er gehört zu den größten Musikpoeten des 20. Jahrhunderts und ist für viele zur Ikone geworden: Bob Dylan. Besonders macht den Singer-Songwriter nicht nur die Qualität seiner Musik, sondern auch die seiner Texte. Jetzt feiert der Musiker seinen 80. Geburtstag.

Bob Dylan heißt eigentlich Robert Zimmermann und wird am 24. Mai 1941 in einem kleinen Ort im US-Bundesstaat Minnesota geboren. Seine Eltern stammen aus Odessa, doch wegen antijüdischer Pogrome mussten sie 1905 von dort fliehen. Die türkischen und ukrainischen Wurzeln prägen den jungen Bob Dylan, der schon früh überzeugt ist, Musiker werden zu wollen.

"Es gibt verschiedene Versionen wie aus Robert Zimmermann Bob Dylan wurde. Die wahrscheinlichste ist wohl, dass der Name an den walisischen Dichter Dylan Thomas angelehnt ist."
Matthias von Hellfeld, Historiker

Aber nicht nur die Gitarre und die Lieder von Pete Seeger oder Woody Guthrie faszinieren ihn, sondern auch die Literatur. Singen und Schreiben wird sein Lebenselixier. Sein künstlerisches Pseudonym, unter dem er erst in den USA und dann weltweit bekannt wird, ist wohl an eines seiner literarischen Vorbilder angelehnt, erzählt Historiker Matthias von Hellfeld.

Songs wie "Blowing in the wind", "It’s all over now, Baby Blue" oder "Knockin‘ on heaven’s door" haben die Musikwelt beeinflusst und sind oft erst durch Interpretationen anderer Künstler bekannt geworden.

"Für viele Menschen war 'Blowing in The Wind' damals DIE Anti-Kriegs-Hymne. Und Dylan wurde für sie eine Art Sprachrohr, im Kampf gegen die ungleiche Behandlung."
Henri Sarafov, Deutschlandfunk Nova

Doch Dylan bleibt nicht nur Musiker und Literat, sondern unterstützt mit seinen Liedern und Texten in den 60er Jahren die amerikanische Bürgerrechtsbewegung - und spielte etwa bei der Abschlusskundgebung des Civil Right March am Tag, als Martin Luther King seine berühmte Rede hielt.

Poet und Literaturnobelpreisträger

Außerdem vertonte Bob Dylan Gedichte aus der griechischen Antike und verfasste selbst epische Gedichte. Der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering vergleicht Bob Dylan mit Ovid, einem der drei großen römischen Poeten der klassischen Epoche um die Zeitenwende.

Für seine Texte verlieh ihm die Schwedische Akademie im Oktober 2016 dann als erstem Singer-Songwriter überhaupt den Literaturnobelpreis. An der Verleihungszeremonie nimmt er nicht teil, sondern lässt nur ausrichten, dass es sei ihm eine Ehre sei. Am Abend der Bekanntgabe gibt Bob Dylan ein Konzert in Las Vegas. Den ganzen Abend sagt er nur vier Worte. Beim Betreten der Bühne "Hello Las Vegas" - und als das Publikum begeistert "Literaturnobelpreis" skandiert: "Silent!".

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Musik- und Literaturwissenschaftler Jens Rosteck schildert Biographisches aus dem Leben von Bob Dylan
  • Der Sänger und Frontmann der Kölner Band „BAP“ Wolfgang Niedecken sieht in Bob Dylan eines seiner musikalischen Vorbilder und hat das in einem Buch auch niedergeschrieben
  • Der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering erläutert die literarische Bedeutung von Bob Dylan
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld schildert den Aufstieg Bob Dylans in den 60er Jahren
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Henri Sarafov stellt Bob Dylan musikalisch vor