Hier mal eine Zigarette, da mal ein paar Euro, die hat wohl jeder schon mal geschnorrt. Aber geht das klar oder irgendwann doch zu weit? In Südostasien geht es zu weit. Da wird das Schnorren von Backpackern gerade zum Trend. Weil ihnen das Geld ausgeht, wollen sie, dass Einheimische die Weiterreise finanzieren – die finden das nicht so toll. "Begpacker" nennt man die gestrandeten Touristinnen jetzt. Annika Sepeur, unsere Korrespondentin in Singapur, erklärt uns, was da los ist.

Auch unter Influencern wird ordentlich geschnorrt: ein paar Schuhe für einen Kooperation mit einer bestimmten Marke, eine Übernachtung im Hotel, mit Wellness bitte!, oder einen Tisch im Club. Als Gegenangebot gibt es eine Story oder einen Post. Wir sprechen darüber, wann die Schnorrerei lächerlich wird und wie die Follower auf zu viel Überheblichkeit reagieren.

So nervig es sein kann, "wir schnorren alle", sagt auch der Psychoanalytiker Marcus Coelen. Hinter dem Schnorren steckt aber noch mehr, ein Spiel, eine Verführung. Wir bemühen uns, etwas zu bekommen, dass uns eigentlich nicht zusteht. Und irgendwie befriedigt es uns auch, erklärt er und glaubt: "Schnorren ist auch eine orale Angelegenheit." Warum, hört ihr bei uns.