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Deutschland erlebt einen Haustierboom, auch wegen der Corona-Pandemie. Darum wollen die Grünen in Bremen eine Art Haustier-Führerschein einführen. Das Ziel: der Schutz der Tiere.

Ob Hund, Katze, Maus oder Meerschweinchen: Ein Tier kann sich grundsätzlich jeder kaufen. Aber nicht jeder kennt sich auch aus mit den Tieren und weiß, wie sie richtig behandelt und gehalten werden. Darum fordert die Fraktion der Grünen in Bremen einen Sachkundenachweis, eine Art Führerschein für die Haustierhaltung. Die Bundesgrünen haben bereits signalisiert, dass sie die Idee nicht unterstützen.

Philipp Bruck, Grünen-Sprecher für Tierpolitik in Bremen, hat das Positionspapier erstellt. Darin schlagen die Bremer Grünen einen theoretischen Test für die Haustierhaltung vor, in manchen Fällen auch praktische Tests, und es soll eine Liste mit Tieren geben, die sich gut als Haustiere eignen.

"Die meisten Menschen lieben die Tiere und wollen bestens mit ihnen umgehen, trotzdem gibt es immer wieder ein, zwei Fälle, in denen das Wissen fehlt, wie sie den Bedürfnissen der Tiere am besten gerecht werden können."
Philipp Bruck, Grünen-Sprecher für die Tierpolitik in Bremen

Ihm gehe es nicht darum, Menschen von der Haustierhaltung auszuschließen, sagt Philipp Bruck. Die meisten Tierhalterinnen und Tierhalter seien gut informiert und wollen das Beste für ihr Tier. Aber: "Trotzdem gibt es immer wieder ein, zwei Fälle, in denen das Wissen fehlt, wie sie den Bedürfnissen der Tiere am besten gerecht werden können."

Dieses Wissen könnte mit einem Test geschärft werden, in dem abgefragt wird, welche Bedürfnisse zum Beispiel ein Hund hat und welche Anforderungen an seine Haltung es gibt. Schwierig sei so ein Test nicht, sagt der Politiker: "Es geht nicht darum, die Leute rauszuprüfen und am Ende kann niemand mehr ein Tier halten."

"Der Sachkundenachweis ist ja kein Aufwand im Vergleich mit dem, was es bedeutet, ein Tier zu halten."
Philipp Bruck, Grünen-Sprecher für die Tierpolitik in Bremen

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Haustier zuzulegen, habe sich in der Regel bereits intensiv Gedanken um die Haltung gemacht, sagt Philipp Bruck. "Da ist der Sachkundenachweis kein Aufwand im Vergleich mit dem, was es bedeutet, ein Tier zu halten." Kurz gesagt: Wer mit einem Hund liebäugelt und sich informiert, kann den Test wahrscheinlich ohne Probleme ausfüllen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es um den Hund geht, die Katze oder ein Kaninchen. Bei allen Tieren müssten sich angehende Tierhaltende überlegen, wie viel Platz braucht der Hund, kann ich das Kaninchen alleine ohne andere Tiere halten, welches Futter vertragen Katzen, welches nicht und so weiter.

Mit all diesen Fragen müsse man sich sowieso auseinandersetzen, so Philipp Bruck: "Neu ist nur, dass ich einmal in einem Fragebogen gezeigt habe, dass ich das weiß."

"Ganz viele Leute haben total viel Ahnung und beschäftigen sich ganz detailliert damit, wie sie mit ihren Tiere umgehen sollten."
Philipp Bruck, Grünen-Sprecher für die Tierpolitik in Bremen

Bei manchen Tieren wie etwa Hunden stellt sich Philipp Bruck auch eine praktische Prüfung vor: "Da zeige ich als künftiger Hundehalter dann, dass ich weiß, wie ich mit dem Hund umgehe, gerade in Situationen, die etwas schwieriger sind."

Unklar, ob Bremens Haustierführerschein kommt

Außerdem schlagen die Bremer Grünen eine Positivliste vor. Darin stehen alle Tierarten, die sich gut für die private Tierhaltung eignen: Hunde, Katzen und Pferde zum Beispiel. Affen hingegen gingen gar nicht, und auch Rennmäuse scheiden aus, weil sie viel mehr Platz bräuchten, als ihnen ein Käfig bieten könnte. Diese Tiere sollten nicht mehr verkauft werden.